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Rock You Like A Hurricane

»Hurricane«

[20./21.06. - Scheessel, Eichenring]

Text: Autor unbekannt

Sommer. Rockfestival. Oder Pop. Oder so. Hat jedenfalls Tradition hier in der Gegend - Niedersachsen. Scheessel. Ernst des Lebens und Zimmerlautstärke bleiben draußen. Das diesjährige \"Hurricane\"-Festival war nicht nur mit internationaler Starbesetztung gesegnet, sondern auch mit reichlich Sonne! Nachmittag, endlich. Mit der Sonne sinkt die Temperatur, steigt die Laune. IGGY POP schüttelt den dürren Körper und die Crowd, bevor Eiskönigin BJÖRK unter sternenklarem Himmel mit federleichten Klängen einen hauchfeinen Zauber über das Gelände legt. Die Nacht beginnt. Zwar gibt´s kein Dancezelt in Scheessel, aber die Leute feiern dennoch bis zum Morgen eine Million kleiner Feste.

- Sonntag morgen. Als die Tore sich um 10:00h wieder öffnen, ist es bereits heißer als am Vortag. Was die BEASTIE BOYS backstage nicht davon abhalten kann, ein tatsächlich diverse Stunden währendes Basketballtournier gegen RANCID anzuzetteln. PULP-Sänger Jarvis Cocker hat sich nach dem Auftritt in den Schatten zurückgezogen und schaut leicht abwesend zu, während Butch Vig von GARBAGE einen Bekannten nach dem nächsten trifft. - Mittag, ca. 13:42h. Ein vom zuviel Bier am Vortag noch schläfriger Haufen begrüßt MONEY MARK. Zwischen Turntables und einem schier unglaublichen Drummer springt er wie wild auf den Foot-Pads seiner drei Keyboards herum und schüttelt nebenbei die herrlichsten Popsongs zwischen Motown und Wohnzimmer aus dem Ärmel. Mittlerweile ist das Areal gefüllt; Ovationen für die Freiwillige Feuerwehr Stukenborstel, die die darbende Menge aus dem Schlauch erfrischt. Spätestens bei den TOCOs und ihren größten Jugendbewegungs-Erfolgen wird das Festival wird zum Volksfest. Wo sonst werden Fremde von Fremden zu den Klängen der Helden auf Händen getragen: \"Öunsere Leidenschaft / ist ihnen rätselhaft!\" Die Dame und Herren SONIC YOUTH aus NYC beweisen sommerliches Stehvermögen und rocken wie immer schön verfrickelt, GARBAGE und PULP bringen ihre gleichermaßen hochwertigen, höchst unterschiedlichen Auffassungen von Pop auf die Bühne: Miss Manson einerseits beherrscht die Bühne distanziert-lasziv eher selbstverständlich denn cool, während PULP-Frontmann Jarvis Cocker, rätselhat, es versteht, gerade aus den choreographischen Ästhetiken der Augsburger Puppenkiste seine Coolness zu gewinnen. Geboren für die Bühne. Zwei Popstars. Mittlerweile auf der anderen Seite der Tanzwiese sind Jan und Dirk von TOCOTRONIC auf der INTRO-Wohnzimmer-LKW-Bühne beim Meet&Greet. Ein stetiges Kommen und Gehen von Bands und Fans - die ASIAN DUB FOUNDATION, SUCH A SURGE, APOCALYPTICA, NOTWIST; das STEREOKILLER-DJ-Team verteilt relaxte Grooves. - Während einige noch damit hadern, daß die FOO FIGHTERS abgesagt haben und die unglaublichen WEEN nach der 15. Zugabe von der Bühne gezerrt werden müssen, nachdem sie sogar ohne Strom weiterspielten, haben die BEASTIE BOYS längst begonnen: anfänglich bißchen leise, alle alten Hits, laut, schrill, hyperaktiv, gutgelaunt springen sie wie Gummibälle über die Bühne und kämpfen für unser Recht auf Party, die, endgültig und in jeder Hinsicht, den Siedepunkt erreicht hat, und Keyboarder MONEY MARK fällt um. - Und aus. Schön war's, sagen die lachenden, müden, sonnenverbrannten Gesichter, trotz zugeschissenem Klo und Wucherpreisen. Und das muß es auch. Warum sonst sollten mehr oder weniger erwachsene Menschen für zwei Tage Balkon und Terrasse gegen ein Zelt inmitten eines Merchendising-Babylons mit Bierzelt, Dixiklo und keine Dusche eintauschen!?

Ruth Ellis & Oliver Bresch



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