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»MASSIVE ATTACK«

[26.05. - Offenbach, Stadthalle]

Text: Autor unbekannt

Konzerte dieser Art sollten mit gesetzlichem Großhallenverbot belegt werden: Fast zur Gänze verschwindet der bei aller Opulenz und Perfektion immer auch private, persönliche Aspekt von MASSIVE ATTACKs Musik, wenn ihr, wie in der Offenbacher Stadthalle, 3000 Leute beiwohnen! Nichtsdestotrotz - die Herrschaften aus Bristol geben ein sehr, sehr schönes Konzert, schaffen Atmosphäre; Horace Andy, Robert del Naja und Grant Marshall im gegenseitigen Wechselspiel sind noch intensiver als auf Platte und bieten viel stimmliche Abwechslung. Daß Deborah Marshall, die exzellente weibliche Livestimme, nicht wirklich an jede ihrer zahlreichen Kolleginnen auf CD heranreichen kann, liegt auf der Hand und tut der Sache keinen Abbruch.

Überraschungen gibt es keine, braucht's aber auch nicht. Das Publikum wird in knapp zwei Stunden mit dem Feinsten vom aktuellen \"Mezzanine\"-Album und seiner zwei Vorgänger verwöhnt, und - überraschende Reminiszenz - um 09:25h darf Robert Smith sich geehrt fühlen: Angelo Bruschini an der Gitarre begleitet Horace Andy mit den bekannten CURE-Klängen aus \"10:15\" zum \"Man Next Door\". \"Teardrops\", \"Safe From Harm\", \"Heat Miser\", bei dem es Robert Del Naja auch über Normalnull gelingt, ohne Schnorchel allerliebste Tauchimpressionen herbeizuzaubern. Kleiner Vergleich zum PORTISHEAD-Konzert am gleichen Ort: Etwas schlechterer Sound, genauso begeisternde Musik, die MASSIVE-Tour-Shirts sind qualitativ hochwertiger, und die Faschingsdeko hängt nicht mehr ...



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aus Intro #56 (Juli / August 1998)
 
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