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NOMEANSNO

»Dance Of The Headless Bourgeoisie«

[Wrong Records / EFA / VÖ: 03.07.1998 ]

Text: Autor unbekannt

Ja! Jetzt ist es wieder Zeit, den heroischen, weil immer gewinnenden Ton des kanadischen Vierers zu preisen. In der richtigen Stimmung zum Durchdrehen darf Dich \"Dance Of ...\" nicht erwischen, denn am besten kann man zu dieser Musik mit einem breiten Grinsen Kumpels verprügeln. Das ist dann natürlich nur nett gemeint. Punkrock in den 90ern ist so eine Sache. Sicherlich kein Problem für Rob, John, Poe und den \"New Andy\", denn einfach nur Punkrock haben sie nie gemacht. Ein Hammerkonstrukt, aus massiven Rockwänden gemeißelt, jagt das nächste. NOMEANSNO klingen inzwischen als Band so gut und bestimmt, daß es einfach keine \"schlechten\" Platten mehr von ihnen geben kann.

Wozu diese Glorifizierung? Schaut Euch um. Zeigt mir ähnlich alte Säcke, die Ähnliches auf die Beine stellen. NMN spielen nicht nur Klischees an die Wand, sie hauchen ihnen ihr eigenes Leben ein und deklarieren fetzenweise Punk, Rock'n'Roll, inzwischen gar Surf und tonnenweise Dramatik für sich (\"One Fine Day\" - Epik pur!). Geschichten über die eigene Unzulänglichkeit und dumpfen Terrorismus, Ego meets Policy, großartige Sarkasmen, beschwörend vorgetragen - NOMEANSNO sind musikalische Holzfäller und tunlichst immer noch komplett von den HANSON BROTHERS zu trennen. Flankiert durch explodierende Perkussionsorgien, Uffta-Uffta-Parts und röhrende Hintergrundchöre, schreit und proklamiert sich Rob Wright durch fordernde und zutiefst ehrliche Texte. Mit \"The World Wasn't Built In A Day\" kehren Grundgedanken des Verlustes der Welt um einen herum bei Verlust seiner selbst von \"Why Do They Call Me Mr. Happy?\" zurück, inzwischen gewachsen. Drüber nachdenken heißt mitgehen, und NMNs Weg ist ein guter. Wenn erst die \"Ten sticks of dynamite\" im Titelstück angedroht werden, möchte und wird man live mit einfallen und freudig alle Aggression in den Blastsequenzen aus sich herausplatzen lassen, denn wie sagte Rob Wright so treffend: \"The music's got to do its job.\" NMN ist Gemeinschaftsarbeit, jeder kann sich auf den anderen verlassen, und man spielt so sehr zusammen, daß \"Dance Of ...\" gar nicht anders kann, als NMNs Status als \"hardest working (punk)rockband of the decade\" weiter zu festigen. Das endet auch nur scheinbar in Rocktheatralik, denn fühlt man sich einmal verarscht oder durch \"Progrockeinwürfe\" verunsichert, kommen sie im nächsten Moment mit offenen Armen und schmerzdurchzogenen Texten über unser aller Lebensleid auf Dich zu und nehmen Dich väterlich in ihre Arme. Obwohl, kurze Zeit später heißt es: \"Forget it, man! We're coming after you. We don't have any political aims. There's just one thing that motivates us: We hate your fucking guts!\" Herrlich! Das Album macht über allem Spaß, zeigt die musikalischen NOMEANSNO wie die ungehobelt bolzenden, ist gut zum Durchdrehen und ein Vorgeschmack auf die anstehende Tour - hach, wird das ein Spaß: Ich bin ewig nicht mehr in den ersten Reihen durch die Gegend geworfen worden ...



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