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RECLAIM

»Greed«

[Glasnost Music / EFA / VÖ: 26.06.1998 ]

Text: Autor unbekannt

Auch bei \"Glasnost\", dem Gralshüter wahrer Gothic-Philosophie, gibt es mitunter etwas leichtere Kost zu genießen. RECLAIM scheren sich nicht um bedeutungsschwere Symbolik und gruftige Befindlichkeiten, sondern gehen auf ihrem Debüt-Longplayer einer höchst charmanten Vorliebe für eingängigen Synthie-Wave nach. Und daß sie dabei auf zeitgeistige Anbiederung an aktuelle Dancefloorströmungen weitgehend verzichten, die von so vielen ihrer Genrekollegen betrieben wird, macht \"Greed\" fast schon wieder zu einem Ausnahmealbum. Statt auf technische Errungenschaften verlassen sich Oliver Thiede und Mario Niemann lieber auf ihr Gespür für hübsche Melancholie, dichte Atmosphären und unaufdringlich groovende Inszenierung.

Die Reminiszenzen an die Blütezeiten dieses Genres werden dabei ebensowenig vertuscht wie die Tatsache, daß Popmusik nicht ständig neu definiert werden muß. Sie sollte eben einfach nur schön anzuhören sein. Und diesem Anspruch genügt \"Greed\" voll und ganz.



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aus Intro #56 (Juli / August 1998)

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