BEWERTEN
 

FEAR FACTORY

»Obsolete«

[Roadrunner / IRS / VÖ: 02.03.2007 ]

Text: Autor unbekannt

Uhh. Die Angstfabrik. Huch. Man Versus Machine, Teil III. Diesmal gar konzeptionell als Kurzgeschichte ausgearbeitet, in die die Lyrics eingebunden sind. Im Booklet einem Drama gleich nach Szenen unterteilt abgedruckt, wird der Hörer/Leser in die Thematik eingesogen und erlebt die Sinnlosigkeit des menschlichen Daseins in einer vollkommen von Maschinen beherrschten Welt. Bibber. Einiges hat sich getan: Man hat jetzt einen Bass. Ehrlich, ohne Scheiß! Christian Olde Wolbers wollte sich nicht länger damit zufriedengeben, der übermächtigen Gitarre wie ein Schoßhund zu folgen, so daß es jetzt gar Passagen gibt, die auf einem knochentrockenen Bass-/Schlagzeug-Groove (\"Descent\") aufbauen.

Sehr gut. Auch in Sachen Produktion hat man dazugelernt - \"Demanufacture\" klang zwar fies, kalt, tot, maschinell (und damit konzeptionell passend), \"Obsolete\" nun aber zeigt den Ausweg: Die Rückkehr zur Analogtechnik, zum warmen Gitarrensound. Rhys Fulber, FF-Intimus und früher bei FRONTLINE ASSEMBLY tätig, hat diese Produktion zu verantworten und dabei seinen eigenen Background - er selbst spielte alle Synthesizer ein - ebenso berücksichtigt wie in den richtigen Kontext gesetzt. Die im ersten Moment auffälligsten Stücke sind \"Edgecrusher\" mit seinen schwer groovenden Kontrabaß-Strophen, das sehr opulent aufgebaute \"Ressurrection\" sowie \"Descent\", die beide Burtons bisher beste Gesangsleistung (und ich meine \"Gesang\"!) darstellen, und das mit einem von GARY NUMAN gesprochenen Intro ausgestattete und beängstigend perfekte Titelstück - wie sich diese Platte nach mehrmaligem Hören entwickelt, bleibt abzuwarten. Gehen wir aber ruhig davon aus, daß FEAR FACTORYs Drittwerk den Härtetest als Meisterwerk besteht; die Zeichen stehen auf Sturm.



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