BEWERTEN
 

HIS NAME IS ALIVE

»Fort Lake«

[4AD / RTD / VÖ: 01.07.1999 ]

Text: Autor unbekannt

Den Cocktail noch mal durchgerührt, einige neue Zutaten, andere ausgemerzt, Warren Defeiver widmet sich weiterhin den Schnittstellen, an denen Stimmungen kippen. Dabei hat er die Extremstellen noch weiter auseinandergezogen; nach BEACH BOYS und Gospel auf dem grandiosen Vorgänger \"Stars On Esp\" reicht die Palette diesmal von 80er Synthie-Pop-Einsprengseln über immerhin zwei Drum'n'Bass-Patterns, viel R&B und Soul bis hin zu \"EasyListening\"-Ansätzen und Punkrock, und die eklektische Vorgehensweise mutet manchmal wie ein Rätsel an. Jedoch: die teilweise wirklich wild anmutenden Brüche und Kombinationen von Material bei unterschiedlichen Rahmenbedingungen führen häufig dazu, daß sich letztere komplett auflösen wie etwa bei \"Secret Code\".

Statt simpler tipp-ex-Benutzung wird hier verstärkt ausgeschnitten und zusammengeklebt, was nicht zusammengehört, auch innerhalb der etwas festeren Strukturen, die sich häufig nicht mehr so breitmachen dürfen wie beim auch schon kurz gefaßten Vorgängeralbum. Das alles öffnet für einige schöne \"Pop\"-Songs à la \"Can't Always Be Loved\" oder \"Up Your Legs Forever\". Was manchmal anmutet, wie wenn man einem beim Zappen zuhört, aber zu viele Woodstock-Revivals am Start sind, bis es schlußendlich in den \"Last Blues\" mündet und die Wah-Wah-Überbetonung nur einmal mehr verstärkt. Wie Kollege Büscher schon anmerkte: \"Merkwürdige Platte.\"



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