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ALVIN YOUNGBLOOD HART

»Territory«

[Ryko / RTD / VÖ: 22.06.1998 ]

Text: Autor unbekannt

Auf dem zweiten Album des zur Zeit agilsten Kurators traditioneller Musik aus dem Süden der USA finden sich zwar überraschende Ansätze, generell aber hat sich der Mann der lebendigen Pflege urwüchsigen Musikantentums verschrieben. Nicht umsonst sucht HART die Nähe von noch lebenden Bluesgrößen wie JOHN LEE HOOKER oder JUNIOR WELLS, denn seine Musik ist weniger innovativ denn emulativ. Mit gesundem Selbstbewußtsein und einem gehörigen Schuß Virtuosität weiß HART die Grundtugenden des Blues für seine Zwecke zu nutzen, weshalb seine Musik auch nicht elektrisch, sondern akustisch angelegt ist. Neben einigen Ausflügen in Richtung Art-Rock und Ska (!) gibt der Südstaatler Traditionellem den Vorzug, bezeichnenderweise beschränkt er sich dabei aber nicht auf Blues, sondern stöbert ebenso im Bluegrass, Hoedown und Hillibilly.

Bei all dem Graben im Wurzelwerk klingt seine Musik allerdings keineswegs angestaubt oder altmodisch, sondern faszinierend und erstaunlich lebendig. Vielleicht liegt hier ja ein Ansatz für die aktuelle Bluesszene, die sich im Wiederkauen von langweiligen Schemata festgefahren hat.



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