BEWERTEN
 

SEAN LENNON

»Into The Sun«

[Grand Royal / Virgin / VÖ: 14.05.1998 ]

Text: Autor unbekannt

Daß die Nachkommen der COHENs, DYLANs und MORRISONs ihr Päckchen zu tragen haben, ist hinlänglich bekannt: Scharenweise Erben im Eiertanz um und in Fußstapfen, die viel lieber über ihre neue Platte sprechen möchten als über ihren prominenten Erzeuger. Doch meistens kommt es anders, und auch die LENNON-Sprößlinge werden erfahren haben, daß die Antwort auf die Frage \"Julian oder Sean?\" in der Mehrzahl der Fälle immer noch John lautet. Da kann man sich grämen, auf Vater komm raus was ganz Beträchtliches versuchen oder - vorzugsweise, wenn man relativ unbekümmert, gewitzt und verknallt ist - nach bestem Vermögen drauf pfeifen, freudig mit den Elementen jonglieren, noch rasch etwas über den gemeuchelten Papa und die Regierung fabulieren und schließlich ein liebenswürdiges Multi-Genre-Album vorlegen, auf dem eine vielgestaltige Melange in Frieden lebt: Zuckerpop, krude Gitarren, Country, Latin, ulkige Samples und die instrumentalen Plaudereien eines kompletten Jazz-Ensembles, scheinbar sorglos mit dem kleinen Finger aneinandergefügt und von der Herzensdame, CIBO MATTOs Keyboarderin Yuka Honda, neckisch produziert.

Vor dem trüben Schicksal eines grillenhaften Sammelsuriums bleibt das Stil-Konglomerat auf \"Into The Sun\" gottlob bewahrt: Alles rankt sich um sonnige Melodien in kleinen vernarrten Liebesliedern, die nichts erzwingen und nichts Bedeutenderes sein wollen als freundlicher, verspielter Freiland-Pop. Ödipus darf draußen warten.



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