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»RAKIM, APHRODELICS, ZULU SOUNDSYSTEM«
[01.06. - Heidelberg, Karlstorbahnhof]
Text: Autor unbekannt
RA, THE \"R\" oder einfach RAKIM war ein bislang nicht nur selten zu sehender, sondern ganz und gar ungesehener Gast in Deutschland. Standen auch Anfang der 90er die Chancen gut, daß er im Team mit ERIC B. neben PUBLIC ENEMY und RUN DMC die hiesigen Bühnen rocken würde, sollte es dann doch bis zum Pfingstmontag 1998 dauern, bis der \"Prophecy Professor\" des HipHop in Heidelberg seine Deutschland-Tour startete. Adäquat das Rahmenprogramm: Versierte Veteranen wie TORCH, BOULEVARD BOU (beide ZULU SOUNDSYSTEM) und RICKSKI (Ex-LSD) heizten den randvoll gepackten Karlstorbahnhof mit 360° tightesten Dope-Beats von der East-, West- oder auch Neckarcoast ein.
Der Flava einer verdammt guten HipHop-Party setzte sich mit dem kompakten und äußerst energiegeladenen Auftritt der Chartsstürmer APHRODELICS fort - kontinentaleuropäische Cuts (mit Blickwinkel N.Y.) aus der aktuellen EP \"Trailers\" von der Wiener Melange und ihr Burner \"Rollin' On Chrome\" ließen nicht nur das weibliche Fanpublikum kochen. Es folgte eine 1½-stündige Pause und Härteprüfung für das DJ-Team, da RAKIM erst noch mittels einiger Hennesy-Bottles im Tourbus die Cypher kicken mußte. Doch 00:15h war es soweit: \"I came in the door / I said it before\". RAKIM, in ein schwarzes Handtuch gehüllt, machte sich warm wie ein Boxer für den großen (MC-) Fight. Kleiner Wermutstropfen: RAKIM rappte im Halbplayback. Aber wie mit den biblischen Schriften war auch hier alles nur eine Frage der Auslegung: \"... and there's technology better than Germany\". Der \"Microphone Fiend\" rockte mit seinem hyperaktiven DJ und einem zusätzlichen Anheizer über eine Stunde eine schweißtreibende, ganz und gar oldschool-fashioned HipHop-Show Güteklasse A. Adrenalinsteigerung und notorisches Kopfnicken in der fachkundigen Crowd bei modernen Rap-Klassikern wie \"It's Been A Long Time\" oder dem per klassischem City-Role-Call eingeführten \"New York\"; besinnungslose Begeisterung und ein unermüdlich Stage-divender RAKIM jedoch bei Lesungen aus der selbstgeschriebenen HipHop-Bibel \"Paid In Full\", dito bei Schmankerln wie \"I Ain't No Joke\", \"Know The Ledge\" und Auszügen aus dem ERIC B.-Spätwerk. RAKIM verkörperte nicht nur Sexus und Selbstbewußsein, er war eins mit dem Publikum. Selten war die Begegnung mit einem HipHop-Lehrer und dessen didaktisch perfekt aufbereiteter Geschichtsstunde so elektrifizierend. Glänzende Augen bei hiesigen Veteranen und Gästen wie TONI L. und STIEBER-Zwilling LUXUS CHRIS. Und siehe, die auf \"The 18th Letter\" gegebene Prophezeiung \"I come back to bless the mic\" fand ihre Erfüllung ...
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