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Text: Autor unbekannt
\"Es gibt keine Seligkeit ohne Bücher!\" (Arno Schmidt) - und schon gar nicht im Urlaub! Dies gilt besonders für die sechzehn Autoren, die in der von Hans Scherer herausgegebenen Anthologie \"Meine erste Reise\" (Insel Verlag, DM 16,80) von ihrer ersten in eigener Verantwortung unternommenen Urlaubsreise berichten. \"In irgendeiner Pappschachtel gibt es ein Foto, auf dem liege ich bäuchlings im Sand neben dem Zelt, das Buch in beiden Händen vor dem Gesicht, daß man den Titel lesen kann\" (Ludwig Harig). Gleichgültig, wohin die Reise ging, der kulturelle Hintergrund war Pflicht. Und eben ein \"gutes\" Buch im Gepäck. Es ist höchst amüsant zu lesen, wie die angehenden Bildungsbürger zwar die \"richtigen\" Bücher (beispielsweise \"Die Kultur der Renaissance in Italien\") mit sich führten, gleichzeitig aber den falschen Schlafsack eingepackt hatten.
# Es soll auch Menschen geben, die lieber Sandburgen bauen, statt sich irgendwelche Kulturdenkmäler anzuschauen. Für diese Zeitgenossen ist \"Oh ... das Meer! Das Strand- und Sandbuch\" (Reclam Leipzig, DM 16,90), herausgegeben von Angelika Wellmann, eine sichere (Sand-) Bank. Wundbare Texte aller literarischer Gattungen zum Themenbereich Sonne, Strand, Sand und Meer sind hier vertreten. Und ein sensationelles Foto: Thomas Mann am Strand von Nidden. In weißen Sportschuhen und schwarzen Strümpfen (mit Strumpfhalter!) sitzt er im Schatten eines Strandkorbes und liest! Zur Nachahmung dringend empfohlen - das Lesen natürlich! # Ein Lesebuch der anderen Art war schon immer das \"Magazin für jede Art von Literaur\" - vulgo \"Der Rabe\". Drei- bis viermal im Jahr erscheint - jeweils in einmaliger Ausgabe und Auflage! - das literarische Sammlerstück. Der aktuellen Nummer, \"Der nordische Rabe\" (Haffmans Verlag, DM 15,-), ist programmatisch ein Gottfried Benn-Zitat vorangestellt: \"Der Süden ist sehr eindrucksvoll, aber der Norden auch.\" Die versammelten Texte ebenfalls! So fragt sich Barbara Sichtermann: \"Warum sind Skandinavierinnen so sexy?\" Die nicht zu findende Antwort ist eine spannend zu lesende Kulturgeschichte der (männlichen) Mißverständnisse. Erkenntnisreicher hingegen der literaturwissenschaftliche Aufsatz von Astrid Surmatz, \"Kannibalen und Pistolen - die übersetzte Pippi Langstrumpf\". Die ins Deutsche übersetzte Pippi ist nämlich um einiges \"braver\" als das schwedische Original! Es wurde weggelassen oder hinzugedichtet, daß es nur so kracht. Sind deutsche Kinder etwa sensibler als schwedische? # So etwas sollte verboten werden! So dachten auch etliche Autoren des von Heinrich v. Berenberg und Antje Kunstmann zusammengestellten Untersagungs-Werkes \"Längst fällig! 37 notwendige Verbote\" (dtv, DM 14,90). Allerdings ist nicht eine moralisierende Zensur das Ziel der Verbote, vielmehr will man \"Gutes Tun\", weshalb der gleichnamige Song von FUNNY VAN DANNEN an prominenter Stelle steht. Anschließend wird folglich so ziemlich alles untersagt: Fußball, Lärm, das Volk, Gottesbeweise usw. Uwe Wittstock wollte sogar die Natur verbieten und dies bereits als Zehnjähriger! Deren \"Dumpfheit\" war nämlich nicht zu vergleichen mit der beglückenden \"Deutlichkeit und Ordnung\" der Lektüre des lesehungrigen Knaben: \"Ich will nicht an den Strand, der Sand ist zu heiß und kratzig. Es gibt keinen Schatten, in der Sonne kann ich nicht lesen, und dann ist mir langweilig.\" # Heutzutage kein Problem! Schließlich gibt es hervorragende Hör-\"Bücher\" - oder wie Hörspiele heute nun mal heißen. Passend für die Sommerfrische am Meer ist das neuüberarbeitete Hörfunk-Feature von Joseph Pelz v. Felinau, \"Titanic. Die Tragödie eines Ozeanriesen\" (Der HörVerlag, MC, DM 25,90), zu empfehlen. Kein verkitschtes Rührstück wie die jüngste Hollywoodverfilmung, sondern ein Melodram im besten Sinne des Wortes. Man wird förmlich in das Ereignis hineingezogen und sieht womöglich den todbringenden Eisberg auf sich zukommen. In solchen Momenten liegt es sich gut im sicheren Strandkorb!
Klaus Schneider (nach Diktat verreist)
VERLOSUNG
3x \"Titanic. Die Tragödie eines Ozeanriesen\"
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