BEWERTEN
 

PAUL HINDEMITH

»Streichquartette Nr. 1, 4 & 7«

[Wergo]

Text: Autor unbekannt

PAUL HINDEMITH schrieb zeitlebens sieben Streichquartette, die nun vollständig durch das JUILLIARD STRING QUARTET im \"Wergo\"-Katalog vorliegen. Selbst \"Riemanns Musik Lexikon\" in der Ausgabe von 1990 verzeichnete nur sechs, denn das HINDEMITH-Opus 2, das Streichquartett Nr. 1 C-Dur, wurde - bis dahin nahezu unbekannt - erst 1994 publiziert. Geschrieben im Alter von zwanzig Jahren, ist es ein lebhaftes, die Jugendlichkeit des Komponisten unterstreichendes Stück. Obwohl PAUL HINDEMITH mit seinen Kompositionen die vorgegebenen Pfade verlassen hatte, war er kein, verächtlich so genannter, Neutöner. Seine Werke orientieren sich immer an der Tonalität, kein Ausrutscher begleitet die ausufernde Klangfülle des ersten Streichquartetts.


HINDEMITH schrieb, abweichend von der klassischen Sonatenform, fünf Sätze, indem er ein Rondo anfügte, das \"gemächlich und mit Grazie\" dieses oft aufgeführte Werk beschließt. Streichquartett Nr. 7 entstand in in New Haven, Connecticut, HINDEMITHs amerikanische Heimat, wobei er die Cellostimme den instrumentalen Fähigkeiten seiner Frau Gertrud anpaßte. Auch dieses Werk besitzt Spannung und dramatischen Aufbau, fliegt auf mächtigen Schwingen in eine, trotz des \"amateurhaften\" Schwierigkeitsgrades, musikalische Tempoveränderung und -brechung im Sinne klassischer Streichquartettvorgaben.
Die CD ist besonders wegen der differenzierten Kompositionsarbeit ein Beispiel für eine werkimmanent wichtige Gesamtschau.



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