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»East Side Mixed By A-Sides«

[East Side / Advanced]

Text: Autor unbekannt

Zwei Compilations, die wunderbar die höchst unterschiedlichen Positionen verdeutlichen, mit denen heute Drum'n'Bass produziert werden kann: Auf der einen Seite die grummeligen Kapuzenpulli-Kids aus Londons Suburbs und Warehouse-Vierteln, für die Drum'n'Bass immer noch eine wahre, dem HipHop verwandte Subkultur und ein echtes Role-Model abgibt. Vocals gibt's hier höchstens mal von gesampelten Rap-Phrasen, und die Beats knallen ordentlich. Und auf der anderen Seite die schicken Profi-Musiker in adretten Klamotten, die sich weniger um Subkultur, Warehouse-Raves und Army-Hosen scheren, und die jazzy Tunes mit weichen Beats und viel echten Instrumenten produzieren.

Bei ihnen gibt's viel Raum für Gesang - schließlich macht sich eine schmeichelnde Frauenstimme im Café und im Radio besser als RAKIM- oder WU TANG-Geknurre.
Das dem \"Suburban Base\"-Camp assoziierte Londoner Label \"East Side\" gehört, der Name sagt's, zur ersteren Kategorie: Auf der von Label-Chef A-SIDES gemixten Compilation mit Label-Klassikern pumpen die JumpUp-Beats, drücken Dröhn-Bässe und fliegen die HipHop-Samples. Mit dabei unter anderem: MAJISTRATE (\"Key Level\"), FATE (\"Get The Formula\"), MIKEY JAMES / THE FLAVA UNIT (\"From Da East\"), UNCLE 22 (\"Wu Tang Sword\"), D'CRUZE (\"Bitch\") und DJ FLEX neben A-SIDES selbst, der übrigens auch die lahme SCI-CLONE-12-Inch auf \"Metalheadz\" zu verantworten hat und schon bei der \"Artcore 3\"-Compilation dabei war.
Auf der zweiten Folge von \"A Journey Into Drum'n'Bass\" ist dann eher das andere, melodiösere Lager versammelt: ADAM F eröffnet mit \"Circles\", es gibt schöne Tracks von AQUASKY, dem abgehalfterten ALEX REECE, RONI SIZE, OMNI TRIO und 4 HERO. Dazu kommen D'n'B-Remixe von ERYKAH BADU (BLU MARTEN-RMX), MORCHEEBA (OMNI TRIO), OLIVE (RONI SIZE), HOOVERPHONIC (DJ PULSE) und BJÖRK (DILLINJA). Etwas härter und experimenteller wird es nur bei PHOTEKs altem \"KJZ\" und GOLDIEs \"Digital\" im BOYERMANG-Mix sowie bei JUSTICE und DIGITAL. Und dazu hat sich noch Pitbull-Freund DJ HYPE mit \"Gone Are The Days\" hierhin verirrt, mit dem einzigen Vocal-Track, den er jemals produziert hat. Schön vorsichtig statt schön schaurig also. Doch damit wir uns nicht falsch verstehen: \"A Journey ...\" ist eine nett zu hörende, für viele Zwecke berechtigte Übersichts-Compilation. Mehr Subkultur-Bodenhaftung und mehr Scheiß-Drauf-Spaß jedoch versprechen die bösen Buben von der \"East Side\" ...



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aus Intro #55 (Juni 1998)
 
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