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London Calling

»HARVEST vs. LIQUID SKY COLOGNE«

[13.02. - London, 333 Club]

Text: Autor unbekannt

Ein angenehm unspektakulärer Club im Osten Londons. Gleich um die Ecke befindet sich das legendäre \"Blue Note Café\", der Laden, der GOLDIE und seiner \"Metalheadz\"-Posse seinen Ruf zu verdanken hat. Im Augenblick ist die Gegend noch urbanes Randgebiet, befindet sich aber spürbar auf dem Weg nach oben. Im Laden selbst eher gemütliche Kneipenatmosphäre, das Basement im unverputzten Fabrik-Stil und eine Spur düsterer, der erste Stock dagegen ein halbwegs gemütlicher Chill-out-Raum mit angeschlossener Miniküche. Ein Ort also wie geschaffen für ein elektronisches Picknick der netteren Art.
Spätestens seit ihrem geschlossenen Auftreten bei international besuchten Veranstaltungen wie dem letztjährigen \"Battery Park Cologne\" eilt der Kölner \"Harvest\"- bzw.

\"Liquid Sky\"-Posse ihr Ruf auch über den Kanal voraus. Und so gerieten bei der Ankündigung des Familienausflugs nach London nicht nur die Schreiber des englischen Kraut/Experimental/Elektronik-Magazins \"The Wire\" ins Schwärmen. Denn wenn sich eine ganze Busladung voller \"funky German electricians\" in der Stadt befindet, ist die Party sichergestellt.
Der Abend beginnt (nach dem obligatorischen Shopping-Terror auf der Londoner Szene-Meile) ganz entspannt. Während im Basement die DJs der \"Liquid Sky\"-Posse den Warm-up für die angekündigten Live-Acts übernehmen, tanzt auf dem Ground-Floor bereits eine Gruppe englischer Party-People zu den kruden Folklore-Beats einer älteren Profan-Maxi, aufgelegt von Karaoke-Kalk-Macher STROBOCOP. Derweil tobt unten weiter der eher fettere Elektro-Style, die Leute machen Party, mitgebrachte Familienmitglieder tanzen bereits auf der Bühne. Keine Spur mehr von Nervosität und der Befürchtung, daß die Repräsentationspflicht hier gegenüber der guten Laune die Oberhand gewinnt.
Frank Heiss a.k.a. HEARNOW macht den Anfang bei den Live-Acts und läßt den inzwischen gut gefüllten Kellerraum zu wuchtigen HipHop- und House-Beats tanzen. Sehr massiv, und gar nicht so aufgeräumt, wie man das von seiner \"Harvest\"-Maxi erwartet hätte. Zwischendurch wird irgendwo sogar JIMI TENOR gesichtet, der sich aber schnell Richtung Backstage verdrückt, bevor diese Information überhaupt als gesichert gilt. Jörg Burger ist diesen Abend als der MODERNIST unterwegs und bringt die aufgeheizte Stimmung mit seinen doch eher elegant-filigranen Stücken des \"Opportunity Knox\"-Albums wieder ein wenig runter. Weiter oben steppt die Menge zum leicht electrofizierten Set von DJ PETA, während sich unten AIR LIQUIDE, M.FLUX und Jörg Burger zum finalen Jam bereitmachen, um die Crowd mit teilweise ziemlich mächtigen Beats vollzupumpen. Es ist Valentines Day, und die Leute feiern eine Riesenparty.



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aus Intro #52 (März 1998)
 
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