BEWERTEN
 

PHILLIP BOA

»Lord Garbage«

[Motor / VÖ: 30.01.1998 ]

Text: Autor unbekannt

Operation \"Brückenschlag\". An der Verbindung von Tradition und Moderne, will sagen von 80ern und 90ern, hat sich PHILLIP BOA ja schon auf dem Vorgänger-Album \"She\" eher weniger als mehr erfolgreich versucht. Mit \"Lord Garbage\" aber sind die Pole definitiv näher zusammengerückt. Es ist sicherlich zu simpel gedacht, wenn man BOAs Stimme und seine Art des Songwritings der Tradition zuschlägt und den Klang auf die Moderne bezieht. Aber zumindest gibt diese Vereinfachung die Richtung vor, in die sich das neue Album bewegt. Nun wird selbst ein Produzent wie Gareth Jones (u.a. DEPECHE MODE) nichts an der Modulationsarmut von BOAs Stimme änderen können.

Die muß man mögen oder es eben sein lassen. Abgesehen davon aber wird deutlich, daß die klangliche Entstaubungs-Aktion geglückt ist. \"Lord Garbage\" klingt zeitgemäß, ohne dabei mit den Trends zu kokettieren oder sie nur um ihrer selbst willen einzusetzen. Gute, abwechslungsreiche und in einigen Fällen auch verdammt komplizierte Songs bewahren die Platte vor dem Schuß in den Dancefloor-Ofen. Die Orientierungslosigkeit des Vorgängerwerkes ist einer gewissen Stilsicherheit gewichen. Natürlich ist BOA ist BOA ist BOA und damit eben auf seine Art schrullig. Aber zum Glück nicht langweilig. Die Operation ist also gelungen, und der Patient lebt immer noch.



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