BEWERTEN
 

RECOIL

»Unsound Methods«

[Mute / Intercord / VÖ: 30.06.2000 ]

Text: Autor unbekannt

Nach dem Ausscheiden bei DEPECHE MODE 1995 habe Alan Wilder endlich Zeit gefunden, seine ungeteilte Kreativität in den ersten regulären Longplayer seines Projekts RECOIL zu stecken, wird einem mitgeteilt. Und daß dieser so gut wie gar nichts mehr mit der Vergangenheit bei erwähnten Electro-Poppern zu tun hat, macht seinen Weggang einsichtiger. Mit den GastsängerInnen Siobhan Lynch, Maggie Estep, Douglas McCarthy und Hildia Cambell durchstreift Herr Wilder nunmehr durchgehend verwirrend dunkle Klanglandschaften, in denen Dub- und TripHop-infizierte Flora wuchert und elektronische Fauna über den Boden wuselt. Und daß man dabei allenthalben von intensivem Sprechgesang angesprungen wird - besonders erwähnt sei hier die amerikanische Spoken-Word-Künstlerin Maggie Estep - oder etwa Hildia Cambell Elemente aus Gospel- und Bluessongs über pathetisch klingende Arrangements intoniert, macht einem das Entziehen nicht gerade einfach.

Ein ziemlich komplexes Werk also, das vor allem blindkäufigen DEPECHE MODE-Fans kleinere Probleme bereiten könnte - obgleich zumindest »Stalker« noch ein bißchen an die »Songs Of Faith And Devotion«-Zeit gemahnt - und Chartsabsichten bewußt außen vor läßt. Empfehlenswert.



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