FISCHMOB
»The Doors Of Passion«
Text: Autor unbekannt
Return of the Mob: die Erfindung von Hitler, Kohl und Staat ist wieder da, die selbsternannten kernigen Jungsprossen und \"Hanseatic Beatles\" lecken und kicken weiterhin Ärsche wund, befördern 1a-Styles und Flavour bis nach Meppen, segeln durch die Weltmeere der Tanzmusik, und - was das Schönste ist - sie machen sich und uns damit weiterhin einen Mordsspaß! Daß dabei niemals der Eindruck entsteht, das vorliegende (insgesamt über 70minütige!) Material sei schweißtreibendes Ergebnis durchgeknallter Perfektionisten, die aus kreativem Chaos echte Knallbonbons zaubern, stellt das Potential und die Professionalität bei der Umsetzung des \"Fun\"-Vorhabens heraus.
\"The Doors Of Passion\" öffnet mehr als nur \"die Türen der Leidenschaft zu den verbotenen Früchten der Liebe\" und offenbart auch weitaus mehr als nur wortakrobatischen Nonsens auf Dancesound-Spielereien. \"Dreckmarketing v1.7\" beispielsweise ist FISCHMOB ohne Wischmob, also HipHop für alle, die das Putzen hassen, hitpoppt mehr als \"Fick Mein Gehirn\", und der Refrain geht ab wie Schmidts Katze. Es folgt eine Art \"Bilitis\"-Reprise zur Besänftigung der aufgehitzten Gemüter (mit PINK FLOYDs \"Money\"-Sample und softem \"Iiiiii Ähhh\"-Singsang), \"Mama\" lockert die verspannten Glieder mit Raumfahrt-Dancegrooves, und \"Heftig\" liefert unfaßbare, aber authentische Supermarkt-Erlebnisse der Bandmitglieder im Hörspielformat. Aus dem köstlichen Amüsieren wird spätestens bei \"Polizei Osterei\" eine Mordsgaudie, verbirgt sich dahinter doch die unfaßbare Uptempo-\"Schlumpfmob\"-Mitgröl-Version des zensierten SLIME-Klassikers \"Polizei SA-SS\". Schlußendlich gibt's noch die Möglichkeit, via Abspielen einer Tonwahlfolge die eigene \"Gehirnschlacke in den Cyberspace des FISCHMOBs\" aufzugeben, und mit der \"Aktuellen Hörbude\" einen Vorgeschmack auf zwei weitere und mittlerweile ebenfalls erhältliche Tonträger der Band.
\"Tranquilo\" (sollte ursprünglich \"Ich Hab Dich Lieb\" heißen) erweist sich als Herzklappenfehler beseitigende Partypizza mit zeitgemäß wuchtigen Breakbeat-Sounds der \"Dreckmarketing\"-Remixe (87 bzw. 174 bpm!), featured eine ÄRZTE-Anmoderation, einen finsteren Doom-Trash-Take von \"Ey Aller\" und mit dem Titeltrack einen echten Popsong (der zudem als Instrumental- & Ambient-Version vorliegt) im Stile der neuen Labelmates FETTES BROT und erfüllt somit erstmals Kompatibilitätsansprüche, die selbst Funk und Fernsehen zur Ausstrahlung zwingen dürften.
Die beiden (jeweils über 11minütigen) Trax auf der 12\" (Vinyl only!) \"Triggerflanke\" beginnen mit Vibraphon, Akustikgitarre und STOOGES-\"1969\"-Zitat. Während sich der \"Killer\" schleichend zu einer Acid-Bombe entwickelt und schlußendlich mit \"Atari-Midi-Bullshit\" Tanzflure detoniert, verliert sich der \"Chiller\" in Hochton-Halluzinationen, die ihresgleichen suchen. Sehr delikat sind auch die während der Aufnahmen mitgeschnittenen und in Vinyl gebrannten O-Töne von Cosmic-DJ, Stachy und Kotze: \"Cooles Ding. Aaaaalter!\"
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