BEWERTEN
 

BOB MARLEY & THE WAILERS

»Dreams Of Freedom«

[Mercury]

Text: Autor unbekannt

\"Nicht noch eine überflüssige BOB MARLEY-Compilation!\" - und siehe, wir wurden erhört: \"Dreams Of Freedom\" ist mitnichten eine x-te solche, wenn auch das Tracklisting was anderes suggerieren mag: \"No Woman No Cry\", \"Waiting In Vain\", \"Them Belly Full\", \"Exodus\", \"Burnin' And Lootin'\", \"Is This Love\" - alles da, was man sowieso schon kennt oder (satt) hat. Und so habe ich das Ding auch gar nicht erst hören wollen. Dann hab' ich's doch getan, und jetzt hab' ich die Platte lieb, ehrlich wahr. Was mir altem Reggae-Hasser zuzugeben nicht ganz leicht fällt, man hat schließlich seinen Stolz. Allerdings ist von den typisch-nervtötenden Roots-Reggae-Bandarrangements von MARLEYs als solchen oft überdurchschnittlichen Songs auch kaum noch was übrig - BILL LASWELL hat sie allesamt durch den Filter und größtenteils zu einer Art Ambient-Dub-Suite sacht ineinander fließen lassen und die Gesangsspuren weitgehend eliminiert, dabei fast beiläufig noch mal die Qualitäten der WAILERS als Band betonend.

Mit einer genialen Trash-Dub-Kiffer-Canaille wie LEE PERRY hat das natürlich so gut wie nichts gemein; im Gegensatz zu dessen wie Initialzündungen in Slow Motion (z. B. explodierende Orange) funktionierenden Konglomeraten sind LASWELLs Äußerungen instinktive Kopfgeburten gegen den Strich, die man auch No New Age nennen könnte - elegant, extra teuer im Sound, freundlich, viel Sonne, kaum Touristen. Alles weitere bitte beim Anhören selbst entscheiden; ich muß jetzt zu Bett und mich meiner Sinnkrise widmen. Nacht.



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