BEWERTEN
 

SPACER

»Sensory Man«

[Pussy Foot / NTT / VÖ: 22.09.1997 ]

Text: Autor unbekannt

Ein Beat-Maschinist geht mit ein paar echten Musikern ins Studio und läßt diese dort rumjammen. Die Sessions nimmt der Mann auf und zerstückelt, bearbeitet und ergänzt sie im Computer. Zu diesem Output jammen die Musiker wiederum im Call&Response-Dialog mit den elektronischen Geräten. Das geht so lange, bis die Konturen zwischen menschlichen und maschinellen Klängen verwischt sind. Das Resultat dieses Prozesses geht weit über die Ergebnisse der üblichen Suche nach neuen Sample-Quellen hinaus und ist sehr viel mehr als nur wieder eine jazzy TripHop-Platte. Luke Gordon, der Mann hinter den Samplern von SPACER, ist auf dem Grat zwischen Mensch und Maschine balanciert und hat dabei für HOWIE B.s \"Pussy Foot\"-Label eine ungewöhnliche Platte mitgebracht.

\"CPU Vs Human\" heißt ein Track und bringt's im Titel auf den Punkt. Wie soll man so was nennen? Klassik-TripHop vielleicht? Es gibt Oboen-, Klarinetten-, Posaunen-, Saxo- und Vibraphon-Samples sowie die guten alten \"orchestra-hits\" - jedenfalls jeweils danach klingende digitale Imprints. Es gibt zeitlupenhafte Beats, hektische, atonale Jazz-Passagen, pulsierende Bässe und ab und an auch mal ein bißchen fließenden Gesang. Das alles ist nicht die Spur einlullend und schöngeistig, eher sehr urban und hypnotisierend - und gibt den richtigen Soundtrack ab für eine nächtliche Fahrt über eine einsame, neonbeleuchtete Schnellstraße einer Großstadt, während links und rechts die Wolkenkratzer vorbeirauschen. Film-Musik fürs 21ste Jahrhundert.



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