BEWERTEN
 

CRESCENT

»Electronic Sound Constructions«

[Domino / RTD / VÖ: 12.08.1997 ]

Text: Autor unbekannt

Willkommen zu unserer beliebten Reihe \"Angebliche Psychopathen und deren seltsame Obsessionen\". Heute: Matt Jones, seines Zeichens Percussionist der Bristoler Formation MOVIETONE. Mit seinem Soloprojekt CRESCENT widmet er sich kleinteiligen Zerlegungen jeder Art. Was hier unter dem Deckmantel der progressiven Elektronik auf den Seziertisch kommt, ist wirklich absonderlich zu nennen. Lebensmüder Beat schleppt sich eine dunkle Straße entlang, von irgendwoher das Echo einer quäkenden Orgel, später kommen Saxophon- und Transistorradio-Samples dazu. Trotzdem fühlt man sich immer noch ziemlich allein gelassen.
\"Abstract Forms\", der noch eingängigste Track, stellt sich als aus faserigen Heimorgeltönen bestehende Dub-Schleife heraus, ein repetitiver Mahlstrom, der tief runtergeht.

Überall wimmelt es von kleinen Klangfetzen aus irgendeinem Äther, Motive taumeln, kaum an den wackeligen Rhythmus gebunden, im freien Fall durch den Raum. Es rauscht und knackt, eine Freude für jeden Geräuschfetischisten, und beim letzten Track kommt endlich der erlösende Festplattenabsturz in Form eines über fünfzehnminütigen, vielschichtigen Orgelloops nebst CD-Klicks OVALscher Prägung. Eindeutig die düsterste Soundtapete für diesen Monat, irdendwo von der dunklen Seite des Mondes.



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