WILLIAM KOTZWINKLE
»Ein Bär will nach oben«
[Eichborn, ISBN 3-8218-0374-6, 276 S., DM 36,-]
Text: Autor unbekannt
Die Geschichte von \"Ein Bär will nach oben\" ist denkbar einfach nacherzählt. Ein Bär auf Futtersuche entdeckt ein unter einem Baum verstecktes Roman-Manuskript. Dieser Roman hat einfach alles: \"Es gab viel Sex, und auch das Fischefangen kam nicht zu kurz; alle Details stimmten und waren faszinierend geschildert\", befindet der Bär. Mit dem gestohlenen Roman im Gepäck zieht es ihn in die nächst größere Stadt. Eingekleidet wie ein Mensch, sucht er einen Verlag für seine Entdeckung. Und es kommt, wie es kommen muß, es findet sich ein Verlag für \"Schicksal und Sehnsucht\", so der Titel des Romans. Das Buch wird natürlich ein Bestseller - der Bär ist ganz oben! Die Satire auf den Literaturbetrieb nimmt ihren Lauf ...
Diese meisterlich erzählte und fabelhaft geschriebene Satire kann man auch als die autobiographische Abrechnung von William Kotzwinkle mit der eigenen Position im Kulturbetrieb lesen. Ruhm und Ehre wird selten den Machern eines Werkes zuteil, vielmehr sonnen sich die professionellen Vermarkter respektive die gewitzten Verwerter im Scheinwerferlicht der medialen Öffentlichkeit. Im Fall William Kotzwinkle trifft es seinen bekanntesten Roman, \"E.T.\", den die meisten zuerst Steven Spielberg zuordnen werden, die wenigsten hingegen Kotzwinkle!
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