BEWERTEN
 

BRAD

»Interiors«

[Epic / Sony / VÖ: 16.06.1997 ]

Text: Autor unbekannt

Ich habe das Gefühl, daß diese Band nicht ganz ernst genommen wird. Vielleicht, weil sie selbst sich nicht ernst nimmt. Die Herren Gossard (PEARL JAM), Smith, Toback und Hagar (alle SATCHEL) machen auf den ersten Blick unprätentiösen Rock, der vor allem durch Gesangsvielfalt zu beeindrucken versteht. Mal klingt die Stimme wie Eddie Vedder nach halbjährigem Aufenthalt auf einer Gesundheitsfarm, mal wie die sorgenlose 90er Version der \"Fabelhaften Bakerboys\", dann wie die selbigen nach Alkoholentzug. Die Stimme funkt, folkt und YOUNGt sich durch die elf Stücke, doch die Instrumentierung wirkt so austauschbar wie die Eichenschrankwand im Wohnzimmer meiner Eltern - jedoch lange nicht so platzdominant-verschwenderisch.

Das Cover von \"Interiors\" zeigt ein in Zartrot gehaltenes Zimmer im Stil der Siebziger. Geschwungenes, Rundes, ohne Ecken und Kanten. Die Form gibt den Ton an, das Zimmer wirkt unbewohnbar und doch sehr persönlich. Hätte man erst einmal auf dieser rosa Couch gelegen, könnte man sich das Dasein als Couch-Potato hier durchaus gefallen lassen. Der Soundtrack zum Abhängen in diesem Zimmer wäre \"Interiors\", und nach mehrmaligem Hören wären die elf Songs vertrauter Blick in das Seelenwohnzimmer der vier Musiker. Sehr persönlich, aber nicht zu ernst.



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