BEWERTEN
 

BRÜLLEN

»Schatzitude«

[Buback / Indigo / VÖ: 04.08.1997 ]

Text: Autor unbekannt

Natürlich ist das ein gewaltiger Brocken, der sich hier aufdrängt. Was will man auch sagen zu einer Platte, die von so vielen vorab mit einer so großen Spannung erwartet wurde, weil sie versprach, eine Geschichte einzulösen. In der Geschichte geht es um Hamburg, die Band heißt KOLOSSALE JUGEND, und deren Sänger Kristof Schreuf ist jetzt die Stimme von BRÜLLEN. Die macht viel Aufhebens, rennt herum und verläuft sich zwischen Schlagzeugsalven und ausladenden Bassfiguren. Erfindet sich eine eigene Sprache, eine eigene Welt, die vielleicht der eigenen verdammt ähnlich sieht. Aber Achtung, hier kann man sich leicht verzetteln.
BRÜLLEN stellen sich also hin und wollen Dich beunruhigen.

Und das gelingt auch, wenn man die eigene kleine Welt so hemmungslos in Fetzen reißt und gegen sich selbst richtet, wie Schreuf das tut. Wenn sich Textzeilen so leicht verselbständigen und sich in griffige Zitate verwandeln lassen, die alles oder nichts bedeuten können. Und sich gerade deshalb festkrallen und Dich nicht mehr allein lassen. BRÜLLEN machen manchmal auch Radau und verdrehen einem den Kopf, bis man merkt, daß da gar nichts drin ist außer dem dumpfen Gefühl, daß hier irgendwas nicht stimmt.



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aus Intro #48 (Oktober 1997)
 
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