DIVERSE AUTOREN
»Dämonenkiller Buch 28: Herrin der Fledermäuse«
[Zaubermond-Verlag, ISBN 3-931407-03-9, 330 S., DM 29,80]
Text: Autor unbekannt
Wenn in Heftromanen Dämonen gejagt und gekillt werden, denkt man heutzutage in erster Linie an John Sinclair. Von 1973 bis 1986 klebte allerdings noch ein weiterer Romanheld an den Fersen der Finsternis: Dorian Hunter, häufig reinkarnierter Titelgeber der Serie \"Dämonenkiller\", die unter Herrschaft des rührigen Trivialgurus Ernst Vleck im Pabel/Moewig-Verlag erschien. Ihre Einstellung hatte die fantasievolle, teils gar innovative Serie nicht verdient. Drum machte sich vor einigen Monaten der Fan-Verlag \"Zaubermond\" daran, zunächst die alten Hefte in Hardcover-Buchform nachzudrucken, um später komplett neue Abenteuer folgen zu lassen. Daß der erste Band der Neuauflage die Nummer 27 trägt, ist verwirrend, aber sinnvoll: Der Nachdruck beginnt mit Heft 130, in dem einst ein neuer, einsteigerfreundlicher Handlungszyklus begonnen wurde.
Im Band 28, \"Herrin der Fledermäuse\", sorgen sich Dämonenkiller Dorian Hunter und Hexe Coco Zamis um ihren Nachwuchs. Sohn Martin wurde von der Schwarzen Familie entführt und befindet sich im Bann des Dämonen Baphomet. Auf der Suche nach dem Jungen, die das okkulte Traumpaar von Spanien bis nach New York führt, wollen eine Menge haariger Situationen gemeistert werden. Da ist zum Beispiel ein Geisterschiff, das noch ein paar gute untote Männer zur Komplettierung der Besatzung braucht. Erst geht eine Gruppe wagemutiger deutscher Schatzsucher der Galeone auf den Leim, dann heuert der kleine Martin an. Als lebendiger Schiffsjunge unter griesgrämigen Gespenster-Matrosen muß er fortan das Ektoplasma vom Deck schrubben.
Auch die böse Hexe Rebecca erschwert die Reise. Die Herrin der Fledermäuse sektiert kräftig in einer englischen Kleinstadt, wo sie die Damenwelt zu männerhassenden Killerinnen fortbildet, die sie danach mit auf blutige Kreuzfahrt nimmt. Außerdem will sie sich mit Dorian paaren und ihn in eine ihrer handzahmen Riesenfledermäuse verwandeln. Weitere Hindernisse: eine übernatürliche Rattenplage und diverse alte Bekannte aus dem Dies- und Jenseits, bei denen Dorian und Coco sich nie sicher sein können, ob sie Freund oder Feind sind.
Früher lief \"Dämonenkiller\" unter \"Gruselserie\", in der Dekade von Neil Gaiman und Clive Barker würde man die Reihe wohl hip als \"Dark Fantasy\" bezeichnen. Und hip ist sie auch elf Jahre nach ihrem Verschwinden von den Kiosken der Republik noch. Der Umgang mit klassischen Horrorthemen wie Geisterschiffen, Hexenzirkeln und Fledermauswesen ist äußerst originell und modern. Durch die Einbindung verschiedener Zeitebenen, Paralleldimensionen mit Dämonen in hierarchisch geordneten Positionen sowie mythischer Folklore wird eine Brücke zum Fantasy-Genre geschlagen, während die Hauptgeschehnisse der Gegenwart verpflichtet bleiben. Ein Aspekt, der den Neuauflegern vom Zaubermond-Verlag bewußt war: Die Neuausgaben wurden leicht überarbeitet und spielen nun in den 90ern. Ob das wirklich notwendig war, sei dahingestellt. Stören tut es zumindest nicht.
Wenn jetzt bitte jemand dem alten Fantasy-Haudegen \"Mythor\" zu neuem Leben verhelfen könnte, wäre die Welt der 80er-Heftchen-Nostalgie ein noch schönerer Ort.
Artikel kommentieren
Mehr Infos
Diese User besitzen die Platte
Kommentare
Artikel kommentieren - Mehr Forumsdiskussionen
Social Network Login

Logge dich schnell und einfach mit deinen Social-Network-Zugangsdaten bei uns ein.
WEITERE PLATTEN
- » DIVERSE AUTOREN - TESTCARD Nr. 4 /...



