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»Sauna Connections«

[Sauna Connections / VÖ: 26.05.1998 ]

Text: Autor unbekannt

Unerwartete Aktivitäten im hohen Norden. Plötzlich türmen sich die Compilations junger skandinavischer Elektrolabels auf meinem Schreibtisch. Neue Allianzen, neue Talente, die allesamt beweisen, daß demnächst mit noch mehr hochkarätigen Maschinisten und Knöpfchendrehern vom Polarkreis zu rechnen ist.
Also erst einmal reingeschnuppert bei der \"Sauna Connection\", der neuen Plattform für innovative Elektro- und Dancemusik aus Finnland und Russland. Die CD in schicker PVC-Tasche featured neben zwei Tracks von \"Function Recordings\" die ersten drei eigenen Künstler. Den Anfang machen die NEW COMPOSERS aus St. Petersburg, die neben Projekten mit BRIAN ENO (für diesen Sommer ist eine neue Zusammenarbeit geplant) bereits Vinyl in Belgien, England und Holland veröffentlicht haben.

Der Opener \"Onion Pizza\" ist leichter Porn-Pop zu Hoppelbeats, bei \"Zuda\" versucht sich das Duo an einer Art filmmusikalischen Breakbeats. Wesentlich technoider klingen dagegen KONEVELJET (Brothers in Machine), ebenfalls ein Duo aus Finnland, bei dessen beiden Tracks \"Ehtakon\" und \"Man On The Moon\" auch immer etwas Future-Jazz mitschwingt. Außerdem mit dabei ist Pertti Grönholm alias CORPORATE 09, der früher mit Mika Vainio von PANASONIC zusammen rumgebosselt hat. Dementsprechend karg fallen denn auch seine zwei Beiträge aus.
Wesentlich weniger elektronisch dagegen die Beiträge auf \"The Oslo Agreement\", deren Artists STERNKLANG, NOOD, ORIGAMI TEKNIKA oder JACK SHITT heißen. Experimentelle Jazz- und HipHop-Beats bilden hier den gemeinsamen Konsenspunkt, und PEN JAKKE rappen dazu sogar ganz kaltschnäuzig auf norwegisch (behaupte ich jetzt mal so). Die Sprachbarriere fällt bei den anderen, fast ausschließlich instrumentalen, Tracks sonst völlig weg. In Sachen Innovation lassen sich die Norweger sowieso nichts vormachen, ihre Stücke kommen überraschend düster, was hauptsächlich an dem leichten Industrial- bzw. Jazz-Einschlag liegen könnte.
Kommen wir endlich nach Schweden, von wo uns das kleine, aber feine Label \"Dot\" mit eigenen Elektro- und Breakbeat-Acts beglücken will. \"The Knights Who Say Dot\" gibt dabei eine hervorragende Übersicht über die bisher veröffentlichten 12\"es. QUANT und FRIEND geben ihre Visitenkarte dabei stellvertretend für die junge schwedische Breakbeat-Szene ab, während TUPILAQ mit seinen zwei Beiträgen eher in Richtung Experimentalelektronik à la \"Warp\" (irgendwo zwischen APHEX TWIN und AUTECHRE) marschiert. Von ROUPE gibt's einen sehr feinen jazzy Track, der es mit Leichtigkeit auf die nächste \"Logical Progression\" schaffen sollte, wenn sie denn wollten, und mit HAB hat \"Dot\" bereits jetzt einen vielversprechenden internationalen Act unter Vertrag. Denn HAB kommt aus Brooklyn und kann bereits auf seiner ersten Maxi mit Remixen von Bernd Friedmann (DROME, NONPLACE URBANFIELD) und \"Ninja Tunes\" JOURNEYMAN aufwarten. Für den Herbst ist bereits der erste Langspieler angesetzt, der kurz darauf von den ersten Alben von FRIEND und TUPILAQ gefolgt werden soll. Also Augen auf und aufpassen, denn dieser Name macht sich schon jetzt durch Qualität alle Ehre.



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aus Intro #48 (Oktober 1997)
 
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