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DIVERSE

»Wicked Wax Vol. 1 und 2«

Text: Autor unbekannt

Drum'n'Bass und Deutschland sind zwei Prädikate, die schon längst nicht mehr so unvereinbar sind, wie sie vielleicht noch erscheinen mögen. In Kellern und Studios von der Waterkant bis ins sagenumwobene Grenzland von Unter- und Oberallgäu wurde an den Tracks gefeilt, die auf den vorliegenden Samplern des Bonner \"Dreamtone\"-Labels vereint sind. Gerade die beiden \"Wicked Wax\"-Sampler leisten eine Menge, versetzen sie den geneigten Hörer doch mehrfach in echtes Erstaunen ob der hochwertigen und gekonnten Breakbeatkompositionen. SAVAGE KRU, BASSLINE GENERATION (mit einem treibenden Hypno-Tune) oder MEGASHIRA (im V.I.P.-Mix - lustig!) sind die bekannteren Namen auf Vol.

1, Stücke wie \"Hiroshima\" der Köln/Bonn-Connection BASZTART mit seinen böse komprimierten Bässen oder der fließende \"Ethno\"-D'n'B (mit australischem Didgeridoo) von PARALLEL LINES (a.k.a. DJ NOMAD und PURE MALT) in jedem Fall aber die größeren Überraschungen. Vol. 2 bietet dazu die perfekte Ergänzung, sind hier doch neben den schon genannten Künstlern u. a. der Berliner DJ SEBEL mit einem klassischen Jump-Up-Tune und GEHEIMWAFFE a.k.a. DONQ mit einem mit lustigen, Fagott-ähnlichen Bläsersounds versehenen Track vertreten. Eine sehr lohnenswerte Anschaffung, nicht nur wegen des breiten Feldes, das abgesteckt wird, sondern auch wegen des enormen zeitgenössischen und schon bald historischen Wertes (denn auch hierzulande rennt die Entwicklung). Übrigens - das sei noch angemerkt - ist die Vinyl-Version nicht ganz so ausladend gehalten.
Die \"Phunky Flavour\"-Compilation des \"Groove-A-Thon\"-Labels ist ebenfalls nicht ganz uninteressant, auch wenn so Sachen wie SKY LARKINs \"Twilight Time\" oder MISS CATTACs (aus Osnabrück - hey!) atmosphärisch ein bißchen zu gewollt daherkommen. Doch abgesehen von diesen (subjektiv bedingten) Ausnahmen, stellt man immer wieder gerne fest, wieviel Interessantes es bei deutschem Drum&Bass noch zu entdecken gibt. Außerdem ist es der Gesamteindruck, der zählt, und auch hier gilt: Hut ab, gerade auch, weil auf \"Phunky Flavour\" fast ausschließlich exklusive und bisher nicht veröffentlichte Tracks zu hören sind.



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aus Intro #48 (Oktober 1997)
 
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