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WYCLEF JEAN

»The Carnival«

[Columbia / Sony / VÖ: 04.12.2007 ]

Text: Autor unbekannt

WYCLEF JEAN is enne echte Jecke! Mitsamt seinem Hofstaat, dem REFUGEE CAMP, gibt sich der Carnivals-Prinz auf seinem Solo-Debüt die Ehre, wobei Mikrophonmariechen Lauryn und Edelmann Pras jedoch zu keinem Zeitpunkt Zweifel daran aufkommen lassen, wer hier innerhalb des mächtigen Dreigestirns das Zepter fest in Händen hält. WYCLEF, das wandelnde Musiklexikon, bedient sich bei fast allen möglichen und unmöglichen (BEE GEES!) Quellen der Musikgeschichte und setzt diese in einen Kontext aus tiefstem Roots-Reggae, heißester Calypso-Rhythmik, filigranen Klassik-Ausflügen (!), stampfenden Disco-Hüpfern und State-of-the-art-HipHop: die ersten Singleauskopplungen \"We Trying To Stay Alive\" und das die kubanische Sangeslegende CELIA CRUZ featurende Chart-Diadem \"Guantanamera\" stellen nur zwei - vielleicht lediglich die schillerndsten - der Carnivals-Umzugswagen dar.

Multilingual in Englisch und Creolisch (wie auf dem vorzüglich \"House Of The Rising Sun\" samplenden \"Sang Fezi\") vorgetragen, läßt uns WYCLEF seine Vision von bewußtseinserweiternder \"HipHop-World Music\" teilen: seine Rhymes erzählen von einer Welt zwischen Apokalypse, Vertreibung (\"Yele\") und Straßengewalt (\"Street Jeopardy\" mit fetten Reimen von Newcomer FORTE), aber auch von Zwischenmenschlichem (\"To All The Girls\" und \"Mona Lisa\"). HipHop-Headz werden dabei besonders \"Year Of The Dragon\", \"Anything Can Happen\" und den lyrisch wie musikalisch äußerst mächtigen Opener \"Apocalypse\" zu schätzen wissen. Und selbst die Gästeliste des schillernd-bunten Carnivals-Zuges läßt sich sehen: FUNKMASTER FLEX scratcht auf der neuen Single; das N.Y. PHILARMONIC ORCHESTRA intoniert WYCLEFs epische HipHop-Symphonie \"Gone 'till November\"; SALAAM REMI produziert das smooth-kickende \"Bubblegoose\"; SKRIBBLE begleitet DJ-technisch die Engelschoräle der NEVILLE BROTHERS auf dem Midtempo-LostLoveSong \"Mona Lisa\"; und die MARLEYschen Familienbande zählen sich auf der u. a. von Lauryns Schwiegermutter RITA MARLEY begleiteten Reggae-Reminiszenz \"Gunpowder\" aus. Ein Debüt-Album, das sich erfreulich weit über die oftmals beängstigend eng gesteckten HipHop-Grenzen hinwegsetzt. Mal sehen, was L. Boogie und John Forte uns auf ihren kurz bevorstehenden Ego-Trips Schönes bescheren - \"Anything Can Happen\", würde WYCLEF sagen.



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