BEWERTEN
 

SCHWANENSEE

»Schwanensee«

[Zeitbombe / Indigo]

Text: Autor unbekannt

Die vier Herren aus Hamburg führen Namen wie EROSION, GIRLS UNDER GLASS und ABWÄRTS im Historiengepäck und verwundern auf ihrem Debüt mit einer höchst individuellen Vermengung aus allem Möglichen, was der sogenannte Alternativ-Bereich heutzutage so hergibt. Metal, Punk, Grunge, Indie-Pop oder vielleicht Industrial? SCHWANENSEE haben's. Komplex und in eigener Stilistik. So geben sich die Eingangsstücke »Halluzination« und »Planeten Auf Geheiss« beispielsweise hart und heftig, das nachfolgende »Liebesreservat« eher songorientiert mit leichter »Hamburger Schule«-Attitüde, und bis mit - dem mich persönlich ziemlich irritierenden Titel - »Stahl« das Albumende eingeleitet wird, bieten sich dem Quartett - allen voran Sänger Christ Zenk - jede Menge Möglichkeiten, seine dynamische Wandlungsfähigkeit unter Beweis zu stellen, ohne dabei allzusehr wie ein Gemischtwarenladen zu wirken.

Und trotzdem: »Schwanensee« ist beileibe keine Kost, der sowohl musikalisch als auch textlich immer leicht zu folgen ist. Und daß sich mir trotz der offenhörlichen Härte-Zuneigung die Frage nach der anvisierten Zielgruppe aufdrängt, mag natürlich etwas puristisch gedacht und dem Publikum an sich sowieso herzlich egal sein. Weil: interessant ist es allemal.



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