BEWERTEN
 

THE PRODIGY

»The Fat Of The Land«

[XL / Intercord / VÖ: 30.06.1997 ]

Text: Autor unbekannt

Da ist es also endlich, das heißersehnte, mit Spannung erwartete, zum großen Hitparaden-Hype aufgepumpte Werk der vier verrückten Ex-Raver. Um es kurz zu machen: Es kann all die Erwartungen erfüllen, obwohl ein neuer, absehbarer Chart-Stürmer von \"Breathe\"-Qualität nicht darunter zu sein scheint. Musik-Mastermind Liam Howlett wollte jedenfalls nichts anbrennen lassen und hat das Album auf einem möglichst breiten Fundament von Kooperationen und Sample-Anspielungen jeglicher musikalischer Couleur errichtet. Da werden unter anderem die BEASTIE BOYS, die BREEDERS, ART OF NOISE, SKUNK ANANSIE und die ULTRAMAGNETIC MCS durch die Sequencer gejagt, und ein Mitglied der letzteren, Rapper KOOL KEITH/DR.OCTAGON, stärkt denn auch gleich die Gesangsabteilung mittels Rap-Einlage.

\"Diesel Power\" ist jedenfalls eines der hervorstechenderen Stücke und hat zumindest Indie-Disko-Hitpotential, ebenso wie \"Narayan\" mit KULA SHAKERs Crispian Mills. Ansonsten klingen öfter mal die PRODIGY-typischen, Oldskool-ravemäßigen Hardtrance-Synthieflächen durch, und die abgenudelten (und doch guten!) \"Breathe\" und \"Firestarter\" erscheinen etwas öde in dieser Gesellschaft von brandneuen Techno-Rock-Klopfern. \"Punk Rock for the 90s\", sagte Liam im NME, und um das zu beweisen, gibt's gleich noch ein elektropunkiges L7-Cover (\"Fuel My Fire\") als Dreingabe. Daß die vier Jungs mit solchen Breit-Streu-Effekten auch ganz woanders landen könnten, schwant bei einem weiteren Zitat des NME: Die drohten nämlich mit dem stadionrockenden Urteil \"ROLLING STONES der Zukunft\".



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