BEWERTEN
 

Shadowplay

»Raw Powder«

[Stupido Twins Records]

Text: Autor unbekannt

Öhm, gab’s da nicht mal eine amerikanische Goth-Band gleichen Namens? Na ja, ist ja auch egal. Jedenfalls existieren die hier gemeinten SHADOWPLAY bereits seit 1982, sind darüber hinaus in allerhand Projekten involviert (so wird bspw. demnächst das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen Sänger Brandi Ifgray und JIMI TENOR erscheinen), veröffentlichen daher ihre Platten in sehr großen Zeitabständen und waren mit ihrem ‘93er Album »Eggs & Pop« gar für die Wahl zum finnischen Album des Jahres nominiert. Geklappt hat es damals scheinbar nicht, aber was nicht ist, kann ja noch werden. Zumindest klingt ihr drittes Werk »Raw Powder« verteufelt nach einer neuerlichen Nominierung.

Das eigentlich eher aus der Jazz-Ecke kommende Quintett hat sich nämlich hier in bravouröser Manier des Underground-Pop angenommen, diesen mit reichlich LOU REED-Understatement ausgestattet und daraus elf wunderbare Songs - allen voran »Ragged Tragedy Doll« - gebastelt, die sich im Laufe des Albums immer mehr dem organisierten Gitarrenchaos des 80er Wave-Rock annähern. Und wenn »Fake That« das Ganze schlußendlich mit luftigen Jazz-Elementen ausklingen läßt, dann bleibt eigentlich nur noch die Frage, wann man die Finnen endlich in einem nahegelegenen Live-Club erleben kann. Ein grandioses Album für Pop-Individualisten.



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