BEWERTEN
 

Germ Attack

»Mikrokiller«

[Wolverine Rec. / SPV / VÖ: 16.03.2007 ]

Text: Autor unbekannt

Hat jemand den Punk gesehen? Zuletzt hat er wenig von sich hören lassen. Die Revival-Kollegen vom „Epitaph'-Label haben sich mit ihren Flops den unabwendbaren Weg ins Abseits des Pop vereinfacht. Voraussehbar war er allemal. In Deutschlands einstiger Punk-Metropole Berlin halten es die einstigen RATTLESNAKE MEN hingegen mit der Halbwertzeit. Die ist bei GERM ATTACK nämlich erstaunlich hoch. Denn obwohl sie sich seit gut einem Jahrzehnt in konservativen Spielarten bewegen, denen sie auch diesmal nicht millimeterweit ausweichen, schaffen sie es mit ihren souveränen, cleveren Popsong-Kniffen, den Sound immer wieder gefällig aussehen zu lassen. Im aktuellen Falle haben sie mit Mod-Anleihen eine Reminiszenz mehr bemüht.

Nunmehr schaffen sie die Gratwanderung von einstmals BLACK FLAG über die DESCENDENTS bis zu PAUL WELLER. Wenn das in Zeiten des Brit-Pop-Overkills nicht tricky ist. Im übrigen haben sie endlich die produktionstechnischen Defizite in Relation zu den internationalen Stars behoben. GERM ATTACK legen mit „Mikrokiller' ihre Punkhabilitation vor. Der kommentatorische Ansatz fußt nicht mehr auf dem Credo: „Gut, wenn man bedenkt, daß sie aus Deutschland kommen.' Das Trio spielt jetzt im Konzert der Großen mit. Wie wär’s mal mit einer Package-Tour mit BAD RELIGION. Zwei Bands, die das erste Punkrockhoch in den 80ern wenigstens noch aus eigener Erfahrung kennen. Ein Austausch zwischen den US- und BRD-Punk-Dinos wäre eine Zusammenführung der besonderen Art. Authentizität rules.



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aus Intro #46 (Juli / August 1997)
 
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