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»todesspiel«
[Kiepenheuer & Witsch, ISBN 3-462-02597-X, 304 S., DM 19,80]
Text: Autor unbekannt
Heinrich Breloer ist ein Chronist und Regisseur der besonderen Sorte. Seine bisherigen Dokumentarfernsehspiele (u. a. „Wehner“, Engholms Fall“) erzeugten in den televisionären Niveautiefen einen Orkan an mit Qualität dargebotener Zeitgeschichte. Breloers jüngstes Projekt, die Geschichte des heißen deutschen Herbstes vor zwanzig Jahren, ist wieder einmal ein Meisterwerk der Fernsehkunst. Mit der Entführung des damaligen Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer am 05.09.77 eskalierte der RAF-Terrorismus. Die sieben Wochen dauernde Tortur (Befreiung der im Flugzeug entführten Geiseln in Mogadischu, Tod der RAF-Häftlinge in Stammheim, Ermordung Schleyers) veränderte das politische Gesicht der Bundesrepublik.
„Eine dokumentarische Erzählung“ nennt Breloer das nun erschienene Buch zum WDR-Fernsehfilm. Es erzählt spannend und bewegend ein Stück jüngste Vergangenheit, das heute bei vielen aus dem Gedächtnis verschwunden ist. „Damals schien der Rechtsstaat unterzugehen, (je nach Sichtweise) entweder durch linken Terror oder durch die Entfesselung der staatlichen Verfolgung - ein Bild, das man wiederum 1997 nur schwer versteht“, schreibt Klaus Hartung in DIE ZEIT vom 04.04.97.
Dieses in der Rückschau diffuse Bild gewinnt nach der Lektüre des Breloer-Buches deutlich an Konturen. Der Autor versteht es, Situationen und Entwicklungen aufzuzeichnen, ohne dabei für die eine oder andere Seite Partei zu ergreifen. Trotzdem ist seine Sprache weit entfernt von nüchternem Beschreibungsjournalismus. In einer Anmerkung zum Buch schreibt er: „Es geht mir hier um Einzelheiten, um die vielen Details einer immer noch verborgenen Geschichte. Aber es geht auch ums große Ganze: um den Sinn und Unsinn dieser sieben Wochen Bürgerkrieg, den die RAF der Bundesrepublik aufzwingen wollte.“
Heinrich Breloer hat ein wenig Licht ins Dunkel gebracht - mit der Unterstützung von „fünfzig der wichtigsten an dem Geschehen beteiligten Personen“.
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