BEWERTEN
 

Whatever

»Lies And Gold Dust«

[Music für Nations / VÖ: 23.06.1997 ]

Text: Autor unbekannt

WHATEVER brezeln einem im Opener „Stepping Stone' dermaßen ungeniert ein THERAPY-Riff um die Ohren, daß die Gefühlswelt des Rezensenten mit der schlichten Umschreibung „befürchtend' auch nicht annähernd getroffen scheint (wo das ja auch nicht gerade die allererste Referenzadresse ist). Gemach, gemach, der Gesang ist gar so gebärbeißermäßig nicht, eher süßlich-überkandidelt, und da soll der Sound dann wohl auch hingehen. Poppig, angepunkhardrockt, auch mal hübsche kleine Breaks und Verzierungen, durchaus abwechslungsreich, in den Refrains für meinen Geschmack zuweilen etwas lieblos. Bei „Down With The Up' bekommt Sänger Nick dann einen Anflug von Yvonne Ducksworth-Blues, der ihm - ansonsten nicht der Stimmgewaltigsten einer - recht gut zu Gesicht steht; überhaupt ist das einer der besten JINGO DE LUNCH-Songs, den die nicht geschrieben haben.

Scheint auch so, als habe das die Schleusen geöffnet, da die Angelegenheit zunehmend JINGOmäßiger wird. Klappt aber nicht so recht und verliert meine Anteilnahme. Muß ja auch nicht. Song „No. 1' rockt hart, versiebt die Wende zum Besseren allerdings endgültig, da die Gehörgänge mit unpassender Gesangesschwülstigkeit penetriert werden. Pressen und Dehnen könnte doch so schön sein. Statt dessen: der Beginn einer bleibenden Antipathie samt munter dahinplätscherndem Abgerocke, versöhnlich-kleinem SLAYER-Riff zum Abschluß, aus die Maus.



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