BEWERTEN
 

Geneva

»Further«

[Epic / Sony]

Text: Autor unbekannt

Ausgerechnet aus Schottland stammt die Band, die namenstechnisch so bündnerisch daherkommt. Von der Brit-Pop-Szene schon lange als Geheimtip gehandelt, legen GENEVA nunmehr ihr Debüt vor. Der Sound allein, er klingt ziemlich 80smäßig - gloriose, effektbeladene Kling-Klang-Gitarren im halligen Schwelger-Ambiente -, könnte niemanden vom Hocker reißen, wäre da nicht Andrew Montgomerys einzigartiger Gesang: Seit Jimmy Sommerville hat niemand mehr so schön getrillert und gezwitschert. Mit seinem falsettartigen Organ erreicht Montgomery Dimensionen, die banaleren Zeitgenossen verwehrt bleiben. Und dies nutzt er aus. Betont theatralisch schwingt er sich von einem musikalischen Gipfel zum nächsten und läßt den Zuhörer staunend zurück.

Die Musik ist dabei - trotz griffiger, großangelegter Melodiebögen - eher Backdrop als Zentrum des GENEVA-Universums. Kein Wunder, ist das kompositorische Vermögen der Band doch manches Mal nicht in der Lage, das selbstgesetzte Niveau zu halten, und so arten einige Tracks eher in atmosphärische Klangmalerei denn in Songs aus. Klappt das Zusammenspiel aber doch mal (z. B. bei 'Into The Blue'), entsteht großartige, zeitlose Popmusik. Mit diesem Konzept sind GENEVA auf dem richtigen Weg.



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