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»From The Wells Of Disappointment«
[Manifatture Criminali / Indigo]
Text: Autor unbekannt
Zuerst eine recht ungewöhnliche Veröffentlichung für „Manifatture Criminali' (u. a. SUPREME DICKS, JOHN S. HALL, ICH SCHWITZE NIE), bisher Heimat leicht schräger Musik aus hier und anderswo. Die FURTHURS aus Köln setzen dem so viel Wohlklang und Harmonie entgegen wie nur denkbar. Das Cover, gelb leuchtende Pastelltöne, sagt da eigentlich schon alles, und auch sonst soll nichts die kunstvoll konstruierte Idylle zerstören. Über eine Strecke von neun Songs arbeitet die Band dabei in aller Seelenruhe einen ganzen Haufen Country- und Folkeinflüsse ab, ohne sich dabei eindeutig festlegen zu lassen. Manchmal so zurückgezogen und verhangen wie SOULED AMERICAN, manchmal mit einem Anflug Melancholie, die eines NICK DRAKEs würdig wäre, streckenweise aber auch wieder etwas zu aufpoliert und betont kunstfertig (was z.
B. SOULED AMERICAN nie sind). Produzieren ließen sich die FURTHURS von niemand Geringerem als Kramer, und auch sonst gibt man sich betont international, was angesichts des boomenden Geschäfts mit der deutschen Sprache eigentlich mal wieder ganz erfrischend ist. Auch wenn das Ganze auf die Dauer des Albums etwas zu schön gerät, sparen die FURTHURS hier nicht mit ein wenig Zauberei.
Vom Ansatz her ganz anders, trotzdem der US-Neo-Folk-Szene zuzurechnen ist BARBARA MANNING, die sich mit „1212' nach langer Pause zurückmeldet. Und das gleich mit einem für ihre Verhältnisse umfangreichen Album. Zusammen mit Joey Burns, John Covertino (GIANT SAND) und einigen Gastauftritten von Jim O’Rouke hat sie dreizehn neue Songs aufgenommen, die die hohe Schule der Erzählkunst wiederaufleben lassen. Jeder ihrer Songs ist eine kleine Miniaturstory. Eröffnet wird „1212' durch den fast schon epischen, zwanzigminütigen Song-Zyklus „Arsonist Story', bei dem MANNING den Feuerteufel tanzen läßt. Von Romantik und Idylle ist das weit entfernt, und trotz der verbreiteten Leichtigkeit kann man die punkrockige Vergangenheit MANNINGs noch gut raushören. Besonders interessant klingt da das seltsamerweise deutsch betitelte „Stammtisch', das mit Flummibass, verschränktem Gesang und dem Blubbern im Hintergrund etwas an STEREOLAB erinnert. Der Ausnahmehit auf dieser durchgehend großartigen Platte.
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