BEWERTEN
 

Jungle Brothers

»Raw DeLuxe«

[Gee Street / V2 / VÖ: 01.12.2003 ]

Text: Autor unbekannt

Allerortens in der Musikpresse ist die Rede von der großen Überraschung eines neuen Albums der JBs - und vor allem von der vorliegenden Art und Weise. Diese Gedankenkongruenz hat durchaus ihre Berechtigung, denn „Raw DeLuxe' klingt, als wären die letzten sechs oder sieben Jahre im HipHop spurlos an den Mannen um Mike G, Sammy B (der die Band mittlerweile verlassen haben soll?!) und Afrika Baby Bam vorübergezogen - obwohl (oder gerade weil?) sie mit dem „JB’s Wit’ De Remedy'-Album völlig neue Bereiche ausloten wollten bzw. ausgelotet haben, was so ziemlich nur nach hinten losging. Ob „Raw DeLuxe' nun das Produkt einer Rückbesinnung ist oder aber das gebrannte Kind einfach nur das Feuer scheut, ist letzten Endes völlig egal, denn das Album ist FETT (oder auch stark)! Inhaltlich mag „Handle My Business' (sehr schön mit Harfen und Streichern ausgekleidet) exemplarisch für das stehen, was die JUNGLE BROTHERS aus den Katastrophen der Vergangenheit mitgenommen haben, und was sie auf „Raw DeLuxe' in jedem Stück mit einer enormen Kraft präsentieren, ohne damit jedoch hausieren zu gehen ... Schon das als Vorabsingle veröffentlichte „How Ya Want It', das in bester Native Tongues-Manier mit den Familienmitgliedern von DE LA SOUL und A TRIBE CALLED QUEST daherkommt, beweist Detailreichtum und Punktgenauigkeit durch den sparsamen Einsatz effektivster Mittel: eine kurze, prägnante Basslinie und hypnotische Loops, die leise im Hintergrund umherflirren.

Gleichzeitig entsteht so genügend Raum, der von derart im Leben stehenden und zugleich gestandenen Persönlichkeiten des Rapbiz, wie es die JBs (und die Native Tongues) nun einmal sind, sehr elegant mit Weisheiten ausgefüllt wird. Auch auf Albumlänge wird derartig verfahren; die Stücke sind ökonomisch arrangiert. Hier und da gibt es schöne Frauenstimmen wie auf „Changes' oder „Moving Along'. „Toe To Toe' ist eine kleine, frickelige „Up-Tempo'-Nummer, die über die Bassmembrane Deines Lautsprechers gehoppelt kommt und Dir auf den Arm hüpft. „Brain' hingegen besticht als die Chillout-Hymne par excellence - unter der Woche immer erst abends hören! Und wunderbar gelungen ist auch der „Jungle Brother'-Remix der Labelkollegen und Geistesbrüder STEREO MC’S, bei dem das Original ganz geschmeidig in ein leichtes, club- und cabriokompatibles (wobei mir dieser Gedanke durchaus nicht angenehm ist - aber egal!) Rhythmusgerüst mit dezent-fetten (?) Bläsern gesteckt wurde und damit sogar meiner Freundin gefällt, die sich sonst nicht besonders für die „ganze Rap-Kacke' begeistern kann. How Ya Want It? We Got It! OH YEAH!!!



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