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Biosphere

»Substrata«

[All Saints / RTD / VÖ: 19.04.2004 ]

Text: Autor unbekannt

Wäre auch einfach zu schön gewesen, angesichts der drückenden Schwüle über der Stadt das bei BIOSPHERE-Besprechungen so gern hervorgekramte Ambient-Topfschlagen (kalt, gaaaaanz kalt, wärmer ...) mitzuspielen. Denn was soll man schließlich machen, wenn einem sowohl Musiker als auch Coverkünstler und Plattenfirma die passenden Arktis-Artikel nur so an den Kopf schmeißen. Doch statt jetzt in eisblumige Metaphern zu verfallen, erst einmal ein paar Fakten. Hinter BIOSPHERE verbirgt sich der Norweger Geir Jenssen, der bereits Anfang der Neunziger das Projekt BEL CANTO mittrug und in der Folge als BIOSPHERE die Alben „Microgravity' und „Patashnik' veröffentlichte.

Mit letzterem brachte er es sogar zum Soundtrack eines „Levi’s'-Spots, was ihm natürlich nicht nur Freunde machte. Geirs cineastischen Visionen sind auch auf „Substrata' wieder kaum zu überhören, wenn er etwa federnde Soundteppiche mit gutturalen Schneemenschen-Vocals unterlegt („Kobresia') oder einfach mal Mutter Natur zwitschern läßt („Uva-Ursi'). Die eingesetzte Elektronik ist dabei immer bewußt spärlich, mimt gerne auch mal das exotisch-arktische Alphorn, flirrt und flötet sonst herrlich organisch daher, fast so, als würden TWICE A MAN das 1997-Update von „Peer Gynt' inszenieren. Sämtliche Naturfilmproduzenten von Wladiwostok bis Tromso lecken sich jetzt schon danach die Finger, während die nordischen Bäche munter weiterplätschern, als könne sie kein Ozonloch trüben. Der Wind singt uns sein einsames Lied, und amtlich rauschen die Fjorde.



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