BEWERTEN
 

Amon Tobin

»Bricolage«

[Ninja Tune / P.P. / VÖ: 05.05.1997 ]

Text: Autor unbekannt

Kann man eigentlich ALEC EMPIRE, Wiener Kaffeehaus-Feeling, DJ SHADOW, Drum’n’Bass, die MAX REBO BAND, Samba und eine dicke Portion klassischen „Ninja'-Schmock auf einer Platte vereinigen? Der Brasilianer AMON TOBIN zumindest kann es: Sein erstes Album für „Ninja Tune' ist eine wirklich eklektizistische Sammlung von Stilen, Gefühlen und Kulturen, ohne daß dabei dieses unangenehme, fusselbärtige Weltmusik-Gefühl aufkommen würde. Nach eigenem Bekunden haßt TOBIN Rucksack-Tramper und Multikulti-Fans, dennoch liebt er es, seltsame und abgelegene Plätze dieser Welt zu bereisen. Seine vorab veröffentlichte 'Creatures'-EP ließ schon Gutes erwarten - störend, jazzy und ein wenig nervig konnte man den Titeltrack auch auf der toften 'ColdKrushCuts'-Compilation bewundern -, 'Bricolage' ist nun eine Platte wie mörderstarker, schwarzer Kaffee: hektisch und beunruhigend - und dabei doch wohltuend und aufmunternd.

Selbst ruhigere Stellen treten hier noch ordentlich Arsch, Latino-Rhythmen paaren sich munter mit dröhnenden Basslinien und bohrenden, kleinen Störgeräusch-Attacken. Irgendwie sind die bösen und unangenehmen, bohrenden und schrägen Platten manchmal doch interessanter als wohlklingendes Material. Und wer hätte gedacht, daß lateinamerikanischer Einschlag so düster klingen kann?



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