Simon Warner
»Waiting Rooms«
[Virgin / VÖ: 04.06.1997 ]
Text: Autor unbekannt
Endlich schreckt mal wieder jemand nicht zurück vor dem Bombast der großen Geste. Mit der vollen Breitseite sämtlicher musikalischer Möglichkeiten - vom Orchester über eine Rockband mit Bläsersätzen bis zu hochnervösen Piano-Passagen - erdrückt WARNER den Zuhörer beinahe mit seiner Vielzahl musikalischer Ideen. Stimmlich in der Nähe von PETER HAMMILL oder JULIAN COPE anzusiedeln, spinnt er dramatische, hektische, zickige Mini-Opern, die in puncto Tempowechsel, Dynamik und Drive so ziemlich alles in den Schatten stellen, was man sich so vorstellen kann. Da hat jemand ganz schön lange Noten notieren müssen, um dieses Ergebnis zu produzieren. Und selbiges kann sich hören lassen, muß sich passagenweise nicht mal hinter den Stücken eines JIMMY WEBB („Mc Arthur Park') verstecken, wirkt dabei aber - aufgrund der unbändigen Energie WARNERs und der respektlosen Attitüde, mit der er seine Ideen umsetzt - keineswegs antiquiert oder verstaubt, sondern mitreißend und modern.
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