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»wenn adoptierte den tod ins haus bringen«
[Jochen Enterprises, ISBN 3-930486-30-X, 48 S. schwarzweiß, DM 16,90]
Text: Autor unbekannt
Ach ja, die „Marburger und Gießener FrauenLesben“, sie fanden Max Goldt gar nicht lustig und verteilten daher vor dessen Lesung in Marburg dumme Flugblätter mit dem Titel „Worüber lacht Ihr eigentlich?“ Nur einen stimmten sie damit vergnügt, Wiglaf Droste nämlich, der sogleich die Jubel-Kolumne schrieb „Hurra: Sexismus-Pokal jetzt bei Max Goldt!“ (vgl. taz vom 21.03.97). Zugegeben, über eine Frau mit häßlichen Füßen in einem „Alt-Girl-Container der Stadtreinigung“ zu schreiben, das ist knapp neben dem sprichwörtlich guten Geschmack.
Trotzdem ist Goldt noch lange nicht das „sexistische Arschloch“, welches die „FrauenLesben“ in ihm ausgemacht haben!!! „Früher hieß es immer Frauen und Lesben, doch dann wird wohl jemand erschienen sein, der gesagt hat, daß das nicht klug sei.
Darauf wurde beschlossen, das ‘und’ wegzulassen“ (aus Max Goldt: „Ä“). Den erwähnten Killer-Feministinnen sei dringend die Lektüre von Diedrich Diederichsens „Politische Korrekturen“ angeraten (in dem schmalen Büchlein kann man viel lernen über „... die altlinke Unsitte, den schlimmsten Feind immer im eigenen Milieu zu suchen“), und anschließend sei - zur Versöhnung - der wunderbare Comic „Wenn Adoptierte den Tod ins Haus bringen“ empfohlen!
Max Goldt und der Comiczeichner Stephan Katz treten hier das Erbe der Comic-Überväter Goscinny und Uderzo an. Mittels wahnwitziger Zeichnungen im Rasterfolienstil und goldtscher Grotesken wurde unter anderem ein adäquates Gegenstück zu Asterix und Obelix geschaffen: „Die beiden netten Homos“. Eine konsequente Weiterentwicklung also ... Aber auch über die BEATLES erfährt man Wissenswertes, zum Beispiel, wie sie nun wirklich zu ihrem Namen kamen oder warum es nicht „achtbeinige Popgruppe“ heißt. Ob nun auf Seite 26 wirklich die „kleinste Schrift in der Geschichte des Comics“ zu sehen ist, wie das Vorwort von Max Goldt glauben machen möchte - wer weiß das schon?! Aber eines ist gewiß: Ärger mit bereits erwähnter Zielgruppe. Denn diese wird vermutlich die „Hans-Albers-Sperma-Methode“ nicht zum Lachen finden. Sei’s drum, auch ich wünsche dem Heftchen „gutartige Sonderlinge in rentabler Zahl“!
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