BEWERTEN
 

Cru

»Da Dirty 30«

[Def Jam / mercury / VÖ: 25.08.1997 ]

Text: Autor unbekannt

Das Intro zu FOXXY BROWNs Album „Ill Na Na' stellte uns bereits die neueste Freak-Company von „Violator/DefJam Records' vor: die clever-durchgeknallten MCs Yogi, Chadio und The Mighty Ha - in ihren Anfängen noch unter dem Namen RHYTHM BLUNT CREW firmierend - machen nicht nur mit ihrem schlichten Crew-Namen ihre Konzentration auf des Wesentliche im HipHop deutlich. „Da Dirty 30' (neben dem implizierten Hinweis auf den Titelumfang auch eine Anspielung auf den unvergessenen New Yorker Polizisten-Korruptionsfall) strotzt geradezu vor purer Freude am Wortspiel, vor dem Einsatz seltsamster Soundversatzstücke und der Liebe zu dynamisch-treibenden Beatz.

Eingebettet in eine äußerst bizarre und extrem explizite Interlude-Story rund um Weirdo & DJ Mighty Ha, präsentiert uns diese ungewöhnliche Crew mit dem recht gewöhnlichen Namen ihren abgedrehten Kosmos: zuerst hypnotisieren und berauschen uns die seltsam gemischten „Rhythm Bluntz', welche uns anschließend mit Tunnelblick die amüsant-nachdenklichen Comic-Adventures mit SLICK RICK (gleichzeitig die erste, recht oldschoolige Singleauskopplung „Another Case') mit ebenso großer Begeisterung verfolgen lassen wie den geschickt mit STEVIE WONDERs „Pastime Paradise' operierenden „Up North'-Gefängnistrip. Die Attribute des Tracks „Fresh, Wild & Bad' beschreiben am ehesten das Wesen des rauhen „Pronto', „Goines Tales' komprimiert die Figuren und Erzählungen des schwarzen Schreibers David Goines zum Kompakt-Hörspiel, wohingegen der Kopfnicker „Lisa Lipps' älter und dreckiger daherkommt als jeder Bastard aus Staten Island. „The Illz' und das mahnende „Wreckognize' repräsentieren ultraentspannte LowEnd-Asskicker, „My Everlovin’ (Bitch)' sowie das smuuv-croonende „Pay Attention' übernehmen dabei die Rolle der dann doch nicht ganz ernstgemeinten Chart- und Verkaufszugeständnisse. Eindrucksvollster Höhepunkt der CRUschen Inszenierung zwischen Freud und Leid bleibt jedoch das fiktiv-visionäre „Armageddon'-Szenario am Ende des Longplayers, bei dem die eskalierenden Streitigkeiten innerhalb der Rap-Szene letztlich in deren völliger gewaltsamer Selbstauslöschung enden. „Da Dirty 30' ist ein herrlich unberechenbares HipHop-Mosaik, welches von der Süd-Bronx aus in bester Tradition den innovativen Geist der phänomenalen ‘91er Elpee von SON OF BAZERK ins - sonst so triste! - Hier und Heute trägt. Grandios!



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