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Voltolux

»Voltolux«

[Mambo / Naptime]

Text: Autor unbekannt

Ein persönlicher Anfang. Vor ein paar Wochen lernte ich Carsten Görig bei dem Vorbereitungstreffen für eine Party in Bremen kennen, die schließlich Ende Mai unter dem Titel „ElecTricMix' in der Location „Zakk' stattfand. Der Titel war geklaut, von irgendeiner Veranstaltung in Köln. Oder zumindest war er an deren Titel angelehnt. Auch VOLTOLUX, die Band, in der Carsten spielt, lehnt sich an etwas an. Ob sie auch klauen? Ich meine, wer tut das nicht? Aber dennoch: VOLTOLUX sind sauber. Carsten Görig hat nämlich einen Hang zur Melancholie. Und Melancholiker klauen nicht. VOLTOLUX, ein Bremer Trio, produziert an der geilen, coolen, hippen, an der berüchtigten Schnittstelle zwischen Rock und Elektronika.

Postrock? Elektric ist in die gitarrischen Atmosphären reingemixt. Die Stücke des Debütalbums heißen „Baden', „Schlangenstern', „Landung' und „A.V.E.C.'. Das klingt nach TO ROCOCO ROT. Nach KREIDLER. Oder sagen wir doch gleich: Das klingt nach Krautrock. Natürlich hat Carsten Görig auch JULIAN COPEs „Krautrocksampler' - beziehungsweise zur Zeit hat er das Buch nicht, weil ich es mir ausgeliehen habe. Als zur Erklärung von VOLTOLUX herangezogene Referenz taugt „Krautrock' - im Gegensatz zu „KREIDLER' im besonderen - wenig. Wenn dennoch „Krautrock', dann erinnern sie mich an NEU. Ihre Stücke sind atmosphärisch dicht, sind lang, sind Freak-Outs, ohne freakish zu sein. Ganz im Gegenteil ist Struktur sogar etwas, das hier nachdrücklich betont wird. Wiederholung von Motiven, Wiederholung von Motiven, Wiederholung von Motiven - und am Ende: Endlosrille. Fiepsen mit Knacks. Diese Betonung von Struktur ist jedoch nicht steif. Weniger steif etwa als bei TO ROCOCO ROT. VOLTOLUX geht es schon mehr ums Daddeln, um Krach, um Fiepsen eben, Bleepen, auch um ein bißchen Melodiösität und um das Manchmal-den-Baß-laufen-Lassen. VOLTOLUX geht es weniger um Gedanken und mehr um Spaß. Mehr um zeitgemäßen, persönlichen Ausdruck als um „Kunst'. Und trotzdem ist „Voltolux' freilich eine sehr melancholische Schallplatte.



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aus Intro #46 (Juli / August 1997)
 
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