BEWERTEN
 

Kein Schulterklopfen

»Mutter«

[03.06. - Köln, Underground / VÖ: 12.05.1992 ]

Text: Autor unbekannt
[3 Kommentare]

Neulich war Max Müller in seiner Funktion als Solokünstler in der Stadt. Über eine regennasse, baufällige Außentreppe kam man in den „Hafensalon“ des Kunsthauses Rhenania, wo sich gut zwei Dutzend Max Müller-Fans die Ohren von seinen 4-Spur-Aufnahmen ruinieren ließen. Ein Kampf zwischen Lautstärke und Textvortrag, dazwischen Max Müller selbst beim Versuch, sein Unbehagen als Mittelpunkt der Veranstaltung möglichst gut zu überspielen. Sich nicht zu sehr dem Publikum auszusetzen und trotzdem alles zu geben. Wo nötig, den tragischen Ernst mit Ironie zu übertünchen. Jemand will eine seiner Zeichnungen kaufen, aber der Künstler ist durch so viel Interesse überfordert: „Mach du das besser“, sagt er zu seinem Begleiter, dem MUTTER-Schlagzeuger Florian Körner.
MUTTER als Band sind anders.

Da wird das aus sich Herausgehen als Exzeß punkrockiger Art getarnt. Darum sind MUTTER live auch direkter und kompromißloser als alle anderen. „Mehr Licht, ich kann noch was sehen“, fordert Max Müller zu Beginn, denn er braucht die Bühne und den Lärm, um sich und seine Stücke zu schützen. Dann ist er so souverän wie immer, singt und brüllt sich über eine Stunde die Seele frei, und das Publikum ist fasziniert von soviel Energie. Viele Sachen von „Du Bist Nicht Mein Bruder“ (mein Bekannter singt noch auf dem ganzen Rückweg: „Alles Was Du Schon Immer Hören Wolltest“), etwas von „Nazionali“, noch keines der ruhigeren Akustikstücke. Der Bass poltert sogar in den Pausen wie ein mittleres Erdbeben. Der Kollaps kommt mit „Die Neue Zeit“, das MUTTER zu einem minutenlangen Rundumschlag ausbauen. Kurzer Abgang des einsamen Sängers, dann als großartigen Abschluß eins der Stücke von „Hauptsache Musik“. Wer glaubt, diese Band nur von ihren Platten her gut zu kennen, irrt sich gewaltig.



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aus Intro #46 (Juli / August 1997)
 
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  • patte 21.06.2003 | 19:24:15
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    max müller als vorprogramm von blumfeld in der live musik hall in köln war ungalublich. er hat die halle fast leergespielt, die blumfeldfans liessen ihn einfach so stehen bzw. einsam auf seinem barhocker sitzen. ein dutzend leute liessen sich aber dennoch nicht davon abbringen und freuten sich mit mir als er den distelmeyeranhängern sein 'ihr benehmt euch wie schweine' hinterherbrüllte.
    ich glaube es war das emotionalste konzert meines lebens. ich hab jedenfalls nie wieder so etwas erleben dürfen. blumfeld konnten danach nur noch scheisse rüberkommen.
    und so war es dann auch.

  • User: mzgae887
  • mzgae887 21.06.2003 | 22:35:31

    hehe....

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