BEWERTEN
 

Pat Thomas

»Valium«

[Strange Ways / Indigo / VÖ: 19.05.1997 ]

Text: Autor unbekannt

Ochottochottochott! Was für ein harter Brocken! Nun gut, angesichts der Tatsache, daß PAT THOMAS mit Macht von seinem Folk-Image loskommen will und, vor allem, ihm seine Frau Katherine weggelaufen ist, macht man ja gewisse Abstriche, trotzdem bleibt „Valium' ein ausgesprochen zerrissenes, grüblerisches und schwieriges Werk. Fast scheint es so, als wolle der aus San Francisco stammende Musiker nicht nur seine seelischen Abgründe ausloten, sondern nebenbei noch die des Zuhörers. Doch hier und da trifft man auch auf Überraschendes: Beinahe atonale A-cappella-Passagen wechseln mit viertelstündigen, schräg/extremen Instrumentals, poppige Strophen treffen auf jazzige Refrains, griffige Riffs tummeln sich in frei improvisierten Gefilden.

Dabei geht Pat hart mit sich (und Katherine) ins Gericht. Mit Macht will er seine Vergangenheit bewältigen. Hierbei zerstört er alles, was nach Schönklang oder versöhnlich klingt. Nicht irgendwie schlecht, aber äußerst destruktiv. Vielleicht hätte er damit ein wenig warten oder es über mehrere Platten verteilen sollen. Mit „Valium' tut er sich nämlich bestenfalls einen therapeutischen Gefallen, kommerziell ist es jedenfalls Gift.



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