BEWERTEN
 

Sleater Kinney

»Dig Me Out«

[RTD / VÖ: 08.01.2004 ]

Text: Autor unbekannt

Amerikas Flavour of The Month: Die drei aus jeder Musikzeitschrift lugenden Mädels aus dem Staate Washington machen nun endlich auch uns neugierig auf ihre Musik, mit der sie in ihrer Heimat momentan schließlich jede ähnlich geartete Band mühelos auszustechen wissen. Berechtigterweise. War ihr Vorgänger „Call The Doctor' noch eher ein suchendes Herumstochern in der Ersatzteilkiste des alternativen Pop, servieren SLEATER-KINNEY nun mit „Dig Me Out', ihrem dritten (hier allerdings ersten regulär erscheinenden) Album, eine komplette Mahlzeit. Pop-Songs nämlich mit dem gewissen großen ABER. Denn obwohl alles griffig und memorabel daherkommt, gelingt es dem Trio, nichts glatt oder süßlich wirken zu lassen, die alternative Grundhaltung also nicht einzubüßen.

Das letzte Mal dürfte so was HOLE gelungen sein, wenngleich auf musikalisch anderem Terrain. Ein Killer-Hit jagt den nächsten, jeder durchsetzt von griffigen Hooks und coolen Refrains. Daß S-K es ab und an sogar schaffen, düster, inbrünstig und punkig zu klingen, ist als weiterer Pluspunkt zu vermerken. Ebenso ihr Witz: „Dance-Song ‘97' ist das überhaupt vorstellbar holprigste Stück Poltergeistrock, und das „Nanana...' in „Little Babies' spricht sowieso für sich ... Natürlich ist das alles (musikalisch) noch entwicklungsfähig (zum Glück), und natürlich ist die Platte nichts fürs Mainstream-Radio (dito) - dennoch stehen S-K am Anfang einer vielversprechenden Karriere, und das nicht nur, weil sie momentan aus jeder Musikzeitschrift lugen ...



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