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»Set It Off«
[Elektra / Eastwest / Warner]
Text: Autor unbekannt
Regisseur F. Gary Gray bezeichnet „Set It Off' in erster Linie als eine „Charakterzeichnung seiner Hauptdarstellerinnen mit krachigen Actioneinlagen'. Wenn man nun vom Soundtrack auf den Inhalt des Films schließen darf, kann dem Regisseur durchaus Glauben geschenkt werden, denn die Trackauswahl besticht im großen und ganzen durch Bedacht auf eine Ausgewogenheit von Inhaltlichkeit und musikalischem Drumherum. Die Handlung des Films besteht im Wesentlichen darin, daß vier recht verschiedene Frauen ihre Lust am Bankraub entdecken und sich alsbald - getreu dem Motto „Aus Spaß wurde Ernst' - in einer immer weiter eskalierenden Gewaltspirale wiederfinden.
Eine der Darstellerinnen ist die fast schon vergessene Dana Owens a.k.a. QUEEN LATIFAH, die zusätzlich zu ihrer guten schauspielerischen Leistung gleich zweifach auf dem Soundtrack glänzen darf: Neben einer Rap-Einlage auf dem ziemlich grandiosen Titeltrack von ORGANIZED NOISE droppt LATIFAH auf dem von DJ MARK THE 45 KING sparsam, aber extrem kickend produzierten „Name Callin’' kräftig Verse und Wissen. Weitere Highlights sind das herzzerreißende „Missing You', das vier große Frauenstimmen der Black Music vereint (BRANDY, TAMIA, GLADYS KNIGHT und CHAKA KHAN [yes!]), sowie der Top 5-Hit „Don’t Let Go (Love)' der lieblichen Schmusekatzen von EN VOGUE. Brooklyns Raubkatze MC LYTE dagegen rockt kräftig in den herrlich quakenden Vocals einer BILLY LAWRENCE, und die HipHopper unter uns bekommen mit einem hypnotischen „Angelic Wars' vom GOODIE MOB und einem verdächtig unverrückten „Live To Regret' von BUSTA RHYMES eine kleine, aber feine Breitseite verpaßt. SEAL liefert mit seiner HENDRIX-Adaption von „Hey Joe' zwar einen mutigen Versuch ab, doch dieser vermag trotz eines hymnenhaften Anstrichs nicht so ganz zu überzeugen. Zu guter Letzt wirft dieser Soundtrack noch eine unlösbar erscheinende Frage auf: Wie konnten sich Wyclef und Pras dazu herablassen, für Mick Hucknall bzw. SIMPLY RED ein Stück zu produzieren und dies auch noch der Allgemeinheit zugänglich zu machen? Nichts gegen die musikalischen Qualitäten der FUGEES, aber dieser sich in Selbstverliebtheit windende irische Jammerlappen wirkt auf dieser sonst guten Zusammenstellung etwa so wie der White Anglo Saxon Protestant, der sich mit Schuhcreme im Gesicht eine der Hauptrollen des Films erschlichen hat.
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