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»Pavement & High Llamas«
[31.03. - Berlin, Metropol]
Text: Autor unbekannt
Ein Abend im Konjunktiv. Ein Abend voller ”hätte, wäre, könnte”. Ein Abend, an dem es neben begeistert hüpfenden und applaudierenden auch enttäuschte Menschen gab. PAVEMENT in Berlin - und auf dem Weg vom hochgeschätzten Kleinod zum Füller mittelgroßer Hallen. So wurde das Konzert kurzfristig vom kleinen, lauschig versifften Loft ins wesentlich größere Metropol verlegt - ein Wochenend-und-Single-Party-Disco-Alptraum zwischen Chrom und Erlebniskneipe. In dieses Ambiente schlurfen zunächst die HIGH LLAMAS, die für ihren Breitwand-Folk - StreicherInnen inklusive - wohlwollenden Beifall, aber auch “Aufhören”-Rufe ernten. PAVEMENT steigen danach überraschend fulminant ein.
Vier Songs lang zeigen sie, mit wieviel Verve sie spielen - oder gar rocken (!) - können. Schon nach Lied No. 1 scherzen Steve Malkmus und sein zotteliger Hippie-Drummer mit dem Publikum, legen Wert auf den Kontakt zu demselben. Und ernten erwähntes Hüpfen zum Dank. Hätten sie mal bloß so weitergemacht. Doch statt dessen zerschrammeln sie Stück für Stück alle Hoffnungen auf ein durchgängig spannendes Konzert. Die Dramaturgie stirbt zwischen Malkmus’ immer lethargischer werdendem Gesang und Gitarrenlinien, die zu undifferenziert klingen. Könnte man doch bloß jene Feinheiten hören, die die Studioalben zu abwechslungsreichen Hörerlebnissen machen. Auf seltsame Art und Weise scheint es, als würde die Distanz zwischen Band und Publikum größer. Als spielte jeder seinen Part, ohne sich sonderlich um den anderen zu scheren. Die einen spielen, weil eine Band auf einer Bühne eben spielt. Die anderen hüpfen, weil man das in einem - nicht unbedingt billigen - Konzert eben so macht. Mittendrin wirft die Band “Cut Your Hair” als hitähnliches Highlight ein, um, wie es scheint, Stunden später die Bühne zu verlassen.
Könnte es vielleicht sein, daß sie ein wenig lustlos waren? Dem widersprechen PAVEMENT mit dem “Wunder der Zugaben”. Fünf an der Zahl, genauso energievoll wie der Anfang des Konzerts. Zur letzten kehren sie sogar auf die Bühne zurück, nachdem das Saallicht bereits einmal zum Gehen aufgefordert hatte. Das Publikum tobt, und PAVEMENT beteuern auf ihre Art, wirklich Spaß gehabt zu haben. Dieses Understatement verstehe wer will, ich kann es nicht und verharre im Konjunktiv.
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