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Wabi Sabi

»Wabi Sabi«

[a-Musik / Indigo / VÖ: 23.06.2003 ]

Text: Autor unbekannt

Ein esoterischer Name, ein esoterischer Titel und freilich auch esoterische Musik. Aber nicht weltlos! Der Kölner Komponist MARCUS SCHMICKLER, der unter dem Namen PLURAMON auch auf „Mille Plateaux' veröffentlicht, collagiert hier elektronisch erzeugte Töne, fügt manchmal etwas Rhythmus bei, manchmal auch ein bißchen Stimme. In den nachdrücklichsten Momenten erinnert mich das an die Traumsequenzen der Hörspielfassung von Erich Kästners „Emil und die Detektive', die mich als Kind unter Tische und Sofas flüchten ließen. Wenn man sagen dürfte, daß Töne kreischen können - hier müßte man es sagen. Nicht nur allerdings. Zeitweilig schwebt ein einzelner Ton im Raum, bevor er beginnt, den Raum zu zerschneiden.

Allesamt sind es fremde Töne, die jedoch an ihren Rändern ausfransen. Und dadurch ergeben sich aus der Esoterik - oder auch schlicht: Künstlichkeit - dieses Kunstwerks Bezüge zur wirklichen Welt. Plötzlich erscheint mancher Klang doch vertraut. Man beginnt zu assoziieren. Zu phantasieren. Man lauscht. Wird zum Zuhören gezwungen. Man hofft auf Ambient und bekommt Atmosphären. Der Titel entstammt der japanischen Ästhetik (welcher? einer tradierten, strengen, klassischen zweifellos) und steht für das mit den Spuren des Lebens Behaftete (wabi) und Unvollkommene (sabi). Ein Hörerlebnis, wie man es selten bekommt.



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