BEWERTEN
 

Salad

»Icecream«

[Mercury]

Text: Autor unbekannt

Schon toll, wie sicher sich SALAD an dem Vorwurf vorbeispielen, mit ihrem zweiten Album nur ein Nummer-Sicher-Hit-Ding abzuliefern. Nicht daß die vierköpfige Londoner Band rund um die Sängerin Marijne van der Vlugt (deren MTV-Vergangenheit für manche anscheinend wichtiger war als die Musik) und Gitarrist und Songwriter Paul Kennedy jetzt völlig ausgeflippte Sachen machen würde. Das Ganze ist immer noch irgendwie Pop, allerdings der etwas schrägeren Sorte. Denn die meisten Songs auf „Icecream' kommen völlig ohne solch aufs Auge gedrückte Hits wie etwa „Drink The Elexir' aus. Die haben SALAD gegen eine gehörige Portion abwechslungsreicher Sounds und witziger Songideen eingetauscht.

Obwohl sie vielleicht an ein paar Stellen dann doch zuviel wollen, klingt der Rest ziemlich erfrischend. Schon mit der Auskopplung der ersten Single „Cardboy King' wagen sich SALAD für ihre Verhältnisse weit hinaus. Ein kurzer Song mit komischen Orgelsounds, der irgendwie nicht aus den Puschen kommt. Wenn es dann mal richtig Vollgas geben soll, etwa bei „Terrible Day', klingt das allerdings etwas zu gewollt. Solche Schönheitsfehler fallen aber nicht so schwer ins Gewicht. Viel interessanter ist es wohl, daß hier weniger der Erfolg mit der Brechstange erreicht werden soll als vielmehr mit einer eigenständigen Bandentwicklung. Und irgendwie wird man bei all der Unentschlossenheit, durch die „Icecream' noch geprägt ist, das Gefühl nicht los, daß das Beste von SALAD noch bevorsteht.



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