BEWERTEN
 

Genf

»Import / Export«

[Compost / P.P. / VÖ: 04.08.1997 ]

Text: Autor unbekannt

Es ist ja an und für sich nichts dagegen einzuwenden, wenn jetzt Gruppen junger Menschen aufbrechen, um die neuerrichteten Grenzen zwischen elektronischer und nicht-elektronischer Musik wieder einzureißen, sprich: digitale, repetitive Beats nun mit analogem, handgemachtem Rock verquicken. Und dies muß ja auch nicht immer nach dem holzhammerischen 'Wir rocken die Sequenzer'-Prinzip der PRODIGYs und CHEMICAL BROTHERS dieser Welt geschehen, siehe die sanfte Herangehensweise à la KREIDLER, TORTOISE oder TO ROCOCO ROT. Doch wenn man schon Grenzen aufbrechen möchte, dann sollte man mit mehr antreten als nur der Idee und dem Willen dazu ... Eben daran mangelt es GENF aus Köln erheblich.

Die Stücke des Debüt-Albums verhalten sich allzusehr wie dudelige Schüler-Rock-Sessions über, zugegebenermaßen, groovy-trippy getrommelten Beats mit vereinzelt eingestreuten Sample-Prisen. Da fehlen die Struktur, der Spannungsbogen und wahlweise die (Song-) Melodie oder der (Track-) Trip. Die Idee, einen Track per Hand über Instrumente zu konstruieren und mit Song-Elementen zu kombinieren, mag funktionieren. Mit langweiligem Gitarren-Getwänge über reizlosen Digital-Dudeleien jedoch nicht. Man kann nicht darauf tanzen, nicht dabei wegtreten, nicht dazu singen. ‘s ist weder Fisch noch Fleisch, daran ändern auch Gesellschafts-Reflexion vorspiegelnde Liednamen wie 'Medienporno', 'Stockholm 13h' oder 'Aachen-Brüssel' nichts. KREIDLER machen das besser.



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