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O.S.T.

»Gridlock’d«

[Death Row / Interscope / Mercury]

Text: Autor unbekannt

Der langjährige 2PAC-Homie RICHIE RICH warf erst kürzlich eine moralisch wie ethisch eminent bedeutsame Frage auf: „Do G’s get to go to heaven?' - Meine Antwort an den Herrn lautet: 'Höchstwahrscheinlich schon, aber ...' - und das sei hinzugefügt - „ohne ihren Beamer oder Lexus. Das Händlernetz da oben ist ja ohnehin denkbar schlecht.' Und Mr. SHAKUR muß nach seiner Knastentlassung und vor seinem Ableben einfach exzessiv an eine Erweiterung seines Fuhrparks gedacht haben, denn anders sind seine quantitativ (aber eher selten qualitativ) beeindruckenden Aktivitäten im Film- und Musikbiz kaum zu erklären. Der just erschienene „Death Row'-Soundtrack zu einem seiner letzten Werke „Gridlock’d' gibt dennoch interessante Einblicke: So scheint THA DOGG POUNDs DAT NIGGA DAZ offensichtlich göttliche Eingebungen erhalten zu haben, da er sich berufen fühlt, die tief klaffende Lücke des ehemaligen Haus- und Hofproduzenten DR.

DRE mit etwas Mittelmaß zu füllen und von nun an auch unambitionierte Solotracks zu droppen („Don’t Try To Play Me Homey'). Labelneuzugänge wie O.F.T.B. oder die Female-Rapperin STORM betreiben gar höchstoffiziell Leichenfledderei, indem sie maß- und ideenlos (musikalisch wie raptechnisch) ihr Idol 2PAC kopieren. Auch THE LADY OF RAGE brennt eher auf Sparflamme und überzeugt letztendlich mehr als Gastrapperin auf J. FLEX’ Drogenabsage „Lady Heroin'. Wirklich interessant hingegen ist, daß „Gridlock’d' eine mindestens ebenso von Hundeschnauze SNOOP wie von 2PAC maßgeblich beeinflußte Label-Compilation wurde. Da erlaubt sich ein jeder der beiden auch mal seine Experimente: SNOOP jammt mit den von ihm bevorzugt gesampelten Funk-Heroen CHARLIE WILSON (GAP BAND) und JAMES E. DeBARGE auf „Off Da Hook' oder pushed seine im ersten Anlauf wenig verkaufsträchtige LBC CREW gemeinsam mit Verkaufsargument TUPAC (auf dem kriechend-relaxten „Out The Moon (Boom, Boom, Boom)'). Letzterer hingegen liefert sich neben der auf der ZAPPschen Erfolgsessenz von „Dance Floor' basierenden „Wanted Dead Or Alive'-Single (mit SNOOP) und dem Recyclingprodukt „Never Had A Friend Like Me' den begrüßenswerten Luxus, das Filmmotto „Life Is a Traffic Jam' gemeinsam mit einer gewissen MEDUSA unter dem Pseudonym EIGHT MILE ROAD in wahrhaft mitreißende Jazz-Poetik-Form (!) zu bringen. Ein tiefgründiger, in seiner verbal wie musikalisch puristischen Vortragsform beeindruckender Wortbeitrag, der den großen abgeschmackten und immer stärker zum Pop-Mainstream tendierenden Rest dieses Soundtracks (zweimal BACKSTREET BOYS-kompatibler DANNY BOY, einmal unerträglicher SEAL-Klon CODY CHESTNUTT) zumindest zeitweise vergessen läßt.



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aus Intro #44 (Mai 1997)
 
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